1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Freitag, 10. Juli 2015

Bericht Mumpitzcamp 2015 - Jahrestreffen der GCSG

Tatort Edertal/Bad Wildungen in der Nähe von Kassel: Mumpitz voraus! Viele alte Fanatikerhasen, aber auch einige neue Mitglieder nahmen dieses Jahr am großen Sommer-Treffen der Geheimen coppelianischen Straßenbau-Gesellschaft auf dem Zeltplatz „Ederblick“ teil. Ein Wochenende lang Spaß, Freude und vor allem viel Unfug! Das Wetter hätte passender nicht sein können, man hatte alles: etwas Regen, viel Wind, hauptsächlich Sonnenschein – und einen weiten Himmel und einen großen Fluss: ideal für die Trainingseinheiten von Luftschiffpiraterie und Durchführung von Mumpitzmanövern!

Bei der Anreise am Freitag wurde man lauthals von Schwänen auf der Eder begrüßt, die dem Camp auch immer einmal wieder einen Besuch abstatteten, um auf der Eder zu gründeln. Die Zeltstadt der Straßenbaumitglieder fasste um die 15 Zelte von groß bis klein, anwesend waren mehr oder weniger über 30 Mitglieder in teils täglicher An- und Abfahrt, und jedes Mal gab es großes Hallo für jeden Neuankömmling! Durch eine Kanufahrt wurde der Flussabschnitt beim Camp gleich erkundet und in Besitz genommen. Natürlich war als Maßnahme der Geländesicherung der Grill sofort eingerichtet worden, und Motto des ersten Tages war „Feiern, was das Zeug hält“ – viele hatten sich schon lange nicht gesehen, und die Wiedersehensfreude war wie immer groß. Alte Geschichten wurden aufgewärmt und neue erzählt, dieser Abend diente einfach nur der Völlerei und dem Neuigkeitenaustausch bei wärmendem Feuer und Flussrauschen.




Der Samstag beinhaltete da schon mehr „straßenbauliches Aktionsprogramm“: Nach einem opulenten Brunch im Sonnenschein machte sich eine Delegation des Straßenbaus auf zum Jagdmarsch durch den Einkaufsdschungel, während der restliche Straßenbau zum Aufräumdienst eingeteilt wurde. Beide Gruppen erledigten ihre Aufgaben äußerst zufriedenstellend; die Versorgung für die nächsten Tage war gesichert!

Anschließend war ein Übungsseifenblasenblubbern der Blubber-Brigadisten auf Zielscheiben veranschlagt, allerdings zeigten sich die Rekruten dermaßen motiviert, dass ein Feldeinsatz an der Staumauer beim naheliegenden Edersee vorgezogen wurde. Bewaffnet mit Seifenblasenmaschine, Handtuch und Zylinder machte man sich also auf den Weg. Nach kurzer Irrfahrt – wie das eben bei einer Luftschiffkolonne so sein muss – fand man den Weg zum Einsatzgebiet und nahm das Gelände ohne viel Gegenwehr in Beschlag. Urteil des diensthabenden Offiziers: Die Blubber-Brigade ist in vorbildlicher Verfassung und die Moral nicht mehr zu steigern! Zur Entspannung gab es Wasserspiele im Eder-Wasserpark, in dem auch müde Brigadistenfüße wiederbelebt werden konnten.





Bei zunehmendem Wind und Wolkenbildung folgte als Nächstes ein Kurztrip an den Edersee-Strand, an dem auch einige das  Seewasser zum Beinekühlen nutzten. Popcorn-Experimente in Verbindung mit Didgeridoo sorgten für enorme Belustigung, auch Hosentaschensteinewerfen war eine recht beliebte Abwechslung zum Campdasein. Luftschiff-Ruderübungen förderten enorm das Gemeinschaftsgefühl! Da aber die in den dortigen Wolken ansässigen Kleinluftkraken sich durch den Lärm wohl herausgefordert fühlten und zusehends für kalten Regen und Luftpusterei sorgten, sah man sich, vor Kälte unfähig zur Gegenwehr, nach einer Zeit gezwungen, den Rückzug zum Camp anzutreten. Diese Niederlage musste mit einem ordentlichen heißen Eintopf und Grillgut verdaut werden! Es wurde beschlossen, dem Edersee mit besserer Ausrüstung noch einen Besuch abzustatten und ein entsprechendes Kreuz für das Luftkrankennest auf der Brigadekarte gemacht.
Die Zeltplatz-Zurückbleiber hatten unterdessen einen Henna-Tattoo-Workshop durchgeführt, dessen Ergebnisse nun bewundert werden konnten. Eine schöne Erinnerung, und da kam auch wieder die Sonne heraus.






Nachdem die Bäuche wieder gefüllt waren, ging es zum offiziellen Teil des Tages: Es folgte die Wahl zu Mister Straßenbau! Teilnehmer waren unter anderem natürlich männliche Mitglieder der Geheimen coppelianischen Straßenbau-Gesellschaft, inklusive Schokoladen- und aufgemaltem Bart, sowie eine mysteriöse Palme, die rein zufällig anwesend war und zur Teilnahme durch Castilles Fehdehandschuh genötigt wurde.

Moderiert von Castille, Bedienstetem von Coppeliania, mussten die Teilnehmer schwierige Aufgaben aus dem coppelianschen Bedienstetenalltag auf dem Herrensitz lösen, um den Titel zu erlangen. Unter anderem schlugen sich die Kontrahenten wacker in Fragen nach Ausreden zum Ausbleiben des eines vorkonzertlichen Frühstücks, dem Mischen eines Powerdrinks für die Herrschaften unter Zuhilfenahme aller im Camp verfügbaren Mittel und der richtigen Kleiderwahl zum Coppelius-Konzert – das Publikum zeigte sich bis zur Eskalation amüsiert über die teils höchst kreativen und mutigen Ideen der Wettbewerbsteilnehmer. Es sei erwähnt, dass Herrn Voss‘ Sockendrink aus Berlin hier eindeutig die Nase vorn hatte; wer versucht hatte, dieses einprägsame Ereignis von der Tonträgerveröffentlichungsfeier zu vergessen, dessen Erinnerungen wurden hier aufgefrischt. Schließlich wurde nach einer Stechfrage die Wahl entschieden: Straßenbauler Matthias May erhielt als Zeichen seines Titels eine Krone und auch einen symbolischen Klappspaten, daneben auch viel Applaus. Motto des anschließenden Abends: „This is Spata!“ Hier nochmals vielen Dank an die Teilnehmer und an K von Koriolis bzw. Sonja Gerlings, die sich die Fragen zu diesem lustigen Spiel ausdachten, es war ein Highlight des Wochenendes!




Und der Straßenbau wäre nicht Straßenbau, wenn er nicht auf dem ganzen Campingplatz auch für Spaß sorgen würde. Nach dem Wettbewerb wurde in einem Spontanentschluss die nebenzeltende Blasorchestergruppe von Tanzabgeordnetem Thomas Quaas zu einem Gesellschafts-Tanzkurs auf der Straße animiert! So mischten sich hier Straßenbaumitglieder und Fremdlinge zum vergnüglichen Schwof bei musikalischer Beschallung aus der mitgebrachten Anlage. Einfach wunderbar!
Anschließend hatten die Mitglieder unter der Leitung von AyraLeona die Möglichkeit, in der Waschküche des Campingplatzes experimentell ihre Bekleidung absichtlich mit Chlor zu traktieren, um farblich interessante Effekte auf Stoff zu erzielen. Auch dies wurde mit großer Freude wahrgenommen und schicken Ergebnissen belohnt.



Der Tag endete mit erneuter Feier in sehr gemütlicher Atmosphäre. Castille hatte sich zum Grillen bereiterklärt und versorgte die Meute bis spät in die Nacht mit Fleisch und Glühwein. Die letzten Feierwilligen krochen um 5 Uhr morgens in die Koje.

Der Sonntag war vor allem eines: Heiß! Schon am Morgen brannte das Tagesgestirn auf die schon um acht Uhr emsig grillenden Campbewohner nieder. Nicht wenige holten sich kurz vor der Abreise noch einen Sonnenbrand. Dank des vom Straßenbau begeisterten Campingplatzaufsehers war die Abreise in gemütlicher Art und Weise über den ganzen Tag zu vollziehen – dieser Umstand wurde natürlich auch noch einmal genutzt, um letzten Mumpitz zu treiben! Ein improvisiertes Luft-Muschel-Pfandflaschenschiff leistete hierzu ordentlichsten Beitrag und wurde im Fluss auf Tauglichkeit erfolgreich getestet, so war auch der Übung zur Schifffahrt Genüge getan und die Mitglieder des Straßenbaus entließen sich selbst wieder, unter vielen traurigen Augenblicken, in die Welt des Unmumpitzes, aber natürlich mit der Absicht, sich wiederzusehen.



Wir danken hiermit aufs Herzlichste allen Besuchern, Beteiligten und allen Mitbringern von Ausrüstung und Verpflegung – laut Platzaufsicht darf man auch gerne wieder erscheinen, auch wenn man zuerst von den Campingplatzhirschen skeptisch beäugt worden war. Es war ein absolut wundervolles Wochenende mit euch, und die Planungen für das nächste Treffen finden bereits statt. Vorschläge sind gerne gesehen, bis bald, es lebe die Coppelianie, die uns zusammengeführt hat, und natürlich der Straßenbau!

Es berichtete: Sheris v.d.K.

P.S.: Hier noch ein paar zusammenhanglose Impressionen und Schnappschüsse, die nicht unveröffentlicht bleiben wollen (vielen Dank an die Straßenbau-Fotografen)!



















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