1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Montag, 24. August 2015

Konzertbericht zum Blind Date Festival 2015 in Gelsenkirchen

Forschungsbericht zum 21. August im Jahre 2015 – Forschungsobjekt: Blinde Begegnungsfestivität in Gelsenkirchen

Ich habe die Ehre über einen Expeditionsausflug von großer Besonderheit berichten zu dürfen!
Der Grund für diese Besonderheit? Eine überraschend große Ansammlung von fanatischen Expeditionsteilnehmern und eine äußerst ausgelassene Kapelle!


Doch der Reihe nach:
Zunächst reisten die Teilnehmer in unterschiedlichen Gruppierungen im Laufe des Nachmittags an, bis schlussendlich um ca. sieben Uhr des Abends dann alle versammelt waren und sich innerlich auf die Anstrengende Feldforschung vorbereiten konnten.


Zu unserer Verzückung wurden am Krämerladen der Kapelle Coppelius einige Ruhebänke bereitgehalten, welche mit Freude in Beschlag genommen wurden und – du magst es kaum glauben, geneigter Leser – direkt neben der Erfrischungsgetränkevergabestelle positioniert waren. Somit war die Basisstation schnell eingerichtet und an alle wichtigen Infrastrukturen angeschlossen. Von hier aus wurde neugierig das sonstige Gelsenkirchener Publikum beäugt und den größtenteils recht seichten Kapellen des Band-Contests gelauscht, welche sich redlich bemühten die Gunst der versammelten Menschen zu erlangen.


Doch nicht nur wir erforschten die an uns vorüberschreitenden Personen: Auch wir wurden mit großem Interesse – teils großer Verblüffung – betrachtet und der ein oder andere konnte es sich nicht nehmen lassen, nach unserer Kleidung zu fragen. Werther Leser du wirst es wohl nicht für wahr halten, wenn ich sage, dass sogar gefragt wurde, ob wir denn alle zur Kapelle gehören und doch dann die Bühne recht voll wäre!


Während wir so auf unseren Einsatz warteten erschien zwischenzeitlich immer wieder ein gewisser Diener fünfer Herren auf der Bühne und wurde von der moderierenden Dame über verschiedenes befragt in der Art, welche Musik denn am Abend auf das Publikum warten würde (wie kann man DAS denn nicht wissen, frage ich mich?) und was es denn mit diesem Ereignis im November auf sich habe!


Herr Bastille beantwortete – wie zu erwarten – alle Fragen gewissenhaft in seiner höflichen, zurückhaltenden Manier und bekam immer fleißigen Applaus aus einer gewissen Richtung... wenn ich mich nicht täusche kam dieser meist aus der Ecke zwischen Krämerladen und Getränkevergabe..


Dann ging plötzlich alles sehr schnell! Expeditierender J. Strickdreher rief aus vollem Halse: Alles nach vorne, Coppelius sind gleich an der Reihe!
Wir stürmten los, kamen vor die Bühne und sahen: eine Dame mit Geige, einen unmotivierten Mann mit Gitarre, einen Pianisten am galvanischen Piano Forte sowie einen Trommler!
Coppelius sahen normalerweise anders aus.


Nun gut, lieber einmal zu früh gewarnt als, das Beste verpasst! Wir nutzten die Irrungen um uns ideale Beobachtungsplätze vor der Bühne zu sichern und harrten dort dem, was wohl kommen sollte.
Die Menschen auf der Bühne spulten ein weniger mitreißendes Akustik-Pop-Gedudel ab (mit Ausnahme eines Stückes, soviel nur werther Leser: schnelle, bayrische Rhythmen und ein Text über den Ausflug auf die Geisterbahn, da hat der ein oder andere Feldforscher sich dann doch vergnügt).


Und als diese sich dann mit Dank vom Auditorium verabschiedeten, begann der Aufbau für das große Finale. Doch was war das! Ich schaute mich um und was las ich in den Gesichtern der anderen Teilnehmer? Entsetzen, Bangen und sogar Ärger! Du – lieber Leser – fragst dich nun sicher: Wie kann das sein? Wo doch ein so freudiger Moment kurz bevorsteht?


Ich kann dir sagen was es damit auf sich hatte. Wir sahen dem Aufbau zu und soweit stimmte alles mit unseren bisherigen Messungen und Ergebnissen von anderen Einsätzen überein, aber es gab bei einem Parameter eine extreme Abweichung die uns daran zweifeln ließ, ob wir dem richtigen Forschungsobjekt auf der Spur waren: In unsere Gehörgänge zwängten sich nicht wie gewohnt die Herren von System of a Down sondern die Black Eyed Peas!
Wie konnte das sein? Wir überprüften alles von vorne: richtiges Banner, richtige Instrumente, richtige Pullover der seltsamen Menschen auf der Bühne, aber...
Und dann bemerkte es die Kapelle wohl schlussendlich auch und zu unserer größten Freude erklang dann endlich B.Y.O.B von der uns so vertrauten Aufbaukapelle!


Und so nahm das Fest seinen Lauf! Die Kapelle war in höchstem Maße ausgelassen, das geschätzte Auditorium war in höchstem Maße ausgelassen und so ließen sich die Herren zu viel Scherz und Anarchie hinreißen. Es gab Kissenfußball, Fahrradklingelsoli, riesige Reisigbesen für den Diener, ein großartiges Solo an der Triangel durch eine Dame des Auditoriums (Applaus!) und ein treibendes Stück nach dem anderen. Wir waren uns einig: Das wohl anstrengendste und beste Konzert seit langer Zeit!


Die Haare flogen, die Stimmbänder flatterten, die Hände klatschten begeistert im Rhythmus und am Ende verließen wir den Platz völlig erschöpft in Richtung Basislager, um dort dann auf die gesamte Kapelle zu treffen, der wir noch einmal unsere große Freude über dieses fulminante Getöse weitergaben. Bastille schoss Fotos von den Fans und die Gelsenkirchener nahmen die Gelegenheit gerne wahr, um Autogramme zu ergattern und die Herren zum Auftritt zu beglückwünschen.

Es wurde noch viel erzählt und gelacht und der großartige Einsatz in Ruhe ausklingen gelassen.

Nun erwartet uns im November das Großereignis!

Bis dahin bedanke ich mich recht herzlich für das Lesen dieses Berichtes und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen zu einer neuen Expedition!


Nobusokkuri


Ps: Coppelius Hilft!


Donnerstag, 13. August 2015

Coppelius beim Mera Luna 2015

Persönliche Berichterstattung der Expeditionsgruppe Mera Luna 2015 vom Mitreisenden Nobusokkuri und der irgendwie reingeratenen K. von K.

Die meisten Mitglieder unserer Expedition reisten im Laufe des Freitagmittag bis -nachmittag (ich korrigiere: Nachmitternacht!) ins Zielgebiet an und mussten feststellen, dass es durch ungenaue Absprachen zu einer recht groben Streuung des Expeditionslagers kam. Die Verwirrung hielt jedoch nicht lange an, die Erringung der Weltherrschaft wurde durch unauffällige Unterwanderung und flächendeckende Vermumpitzierung beschlossen und die Zeltlager wurden zügig an strategisch günstigen Punkten errichtet, um einer ersten Mission entgegen zu streben:
Es musste Wasser für den mobilen Laborteich her! Man bestieg das Transportvehikel und kämpfte sich unter Zuhilfenahme von Wasserwerfern den Weg bis zur Wasserstelle frei.
Dies wurde dank heißem Wetter von den Attackierten jedoch nicht als Angriff gewertet, sondern mit viel Freude erwidert!



Ansonsten lief der Freitagnachmittag und Abend recht gemächlich mit Einrichten und erfreutem Wiedersehen vieler netter Versuchskanin... äh Expeditionsteilnehmer ab.

Der Samstag morgen begrüßte uns mit feinstem Sauwetter, was jedoch glücklicherweise nicht lange anhielt und dann in ein angenehm warmes, aber nicht zu heißes Klima wechselte.
Die Expedition bereitete sich mit viel Hingabe auf den ersten wichtigen Einsatz vor:
Das Konzert der hier und da bekannten Kapelle Coppelius.
Die Ergebnisse der Feldforschung ergaben: Nach anfänglichem technischem Durcheinander konnte Comte Caspar seine Klarinette wiederfinden und die Kapelle erneut eine Bühne zum Brennen bringen und eine wunderbare Kompositionsliste rocken! Einige Observanten wollen jedoch gesehen haben, dass Herr Voss an gewissen Aggressionen litt, worunter wiederum die arme Setlist zu leiden hatte. Erste Theorien vermuten Keksentzugserscheinungen als Ursache für die hohe Aggressivität.

Wir konnten auch mit Zufriedenheit feststellen, dass die Zuschauerzahlen sehr hoch zu verzeichnen waren!

Es folgten weitere tolle Konzerte von Kapellen wie Lord of the Lost, The Other, Rob Zombie und natürlich ASP, welcher besonders für mich einen persönlichen Höhepunkt darstellte. Jaja, für mich auch.
Am Samstag Nachmittag gab es noch einen besonderen Einsatz zu bewältigen:

Die Verteilung und Übergabe der neuen (fünften!) Ausgabe des Olimpianischen Käseblattes an willige Opfer ohne vorherige Erspähung durch die Kapelle; ein voller Erfolg! Man sah sogar Scheinchen in die zeitungseigene Kasse wandern. Reichtum! Das Geld wurde auf Zeltplatz A, im Quadranten Mumpitz in einer Dose vegetarischer Ravioli verbuddelt. Wobei, das ist gelogen.


Herrn Voss wurde noch ein nagelneuer roter Zylinder exklusiv mit Namen auf dem Hutband überreicht, über welchen er sich sichtlich freute!

Im Gegenzug unterrichtete er uns sehr anschaulich über den Jojoeffekt. Der alte Angeber, nur Jojo geübt hat er im Tourbus, damit er uns den dreifachen Schwippbogen zeigen kann.


Der erfolgreiche Samstag wurde noch reichlich bis in die Nacht gefeiert und schließlich lagen irgendwann alle erschöpft in ihren Betten.

Nachdem wir uns sonntags erst einmal ordentlich ausschliefen, ging es dann vormittags wieder in die Feldforschung. Diesmal mit Forschungsobjekten wie Unzucht, Tanzwut, Rotersand, Nachtmahr, Einstürzende Neubauten (meine persönliche Neuentdeckung, jedoch von anderen Teilnehmern recht skeptisch beäugt. Was? Von wegen, die aus einer Baggerschaufel herabstürzenden Nägel waren eines der Highlights des ganzen Festivals!) und Nightwish, welche leider durch sehr schlechte Abmischung für mich eher enttäuschend waren (Die fehlgehörte Lyrik „I want my cheese back“ statt „I want my tears back“ spricht wohl Bände..) Ungefähr auf Höhe des Einlasses klangen sie dann gut. Den Käse haben wir dennoch nicht gefunden.

Doch manche Expeditierenden, zu denen ich auch zählte, lümmelten sich auch zwischenzeitlich auf dem Zeltplatz und übten sich im Verzehr einer sehr butterkonzentrierten Reispfanne! Die Fresskalation endete in einer ca. zweistündigen, komatösen Siesta und wurde unter anderem für weniger anstrengende Experimente wie Hennabemalungen genutzt.


Die Nacht des Sonntags hielt dann für einige wenige verbliebene Expeditionsteilnehmer noch ein sehr spontanes Manöver bereit:

Man begab sich zur traditionellen Müllabrisskonzertparty, welche daraus bestand mit möglichst viel Schrott möglichst rhythmischen Lärm zu machen und dazu laut diverse Gassenhauer und Sprechchöre zu grölen. Ein sehr wahnsinniges und tolles Erlebnis! Oh Elend, oh, Verderben, was musste ich verpassen? All die schönen Dinge aus Metall! Das hat man nun davon, das Festival überstürzt aufgrund des nahenden Montags zu verlassen und man lernt daraus: Nimm den Montag frei!

Nachdem wir schon sonntags einige Mitglieder schweren Herzens verabschieden mussten, machte sich der Rest dann im Laufe des Montagvormittags wieder abflugbereit und wir ließen alle ein sehr tolles Wochenende voller schöner und erheiternder Impressionen hinter uns.

Um noch ein paar dieser Eindrücke in kurzen zusammenhangslosen Stichworten meines Expeditionsnotizbuches mit euch, werthen Lesern, zu teilen:

- wahnsinnig tolle Kostüme

- tolle Menschen

- gute Musik

- Fresskalation!

- ENDZEIT BABY, Was ist zu Ende!? Mahlzeit, Baby!

- Coppelius Hilft!


In freudiger Erwartung auf ein nächstes Mal!


Mit herzlichsten Grüßen,

Nobusokkuri


und zwischendrin: K. von Koriolis

Samstag, 1. August 2015

Coppeliania Fan Kalender - August

Wir wünschen viel Freude mit dem neuen Kalenderblatt!


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