1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Mittwoch, 15. April 2015

Ein Mumpitz - Flyer für die Oper!

„Klein Zaches genannt Zinnober“ ("Little Zaches, Great Zinnober")

Das ist die welterste Steampunk Oper von und mit Coppelius. Die Premiere findet diesen Herbst in Gelsenkirchen statt.
That's the world's first Steampunk opera by and with Coppelius. The premiere is scheduled for autumn 2015 in Gelsenkirchen.

Damit niemand dieses Weltereignis verpasst, möchten wir die nun beginnende Festivalsaison nutzen um die Nachricht zu verbreiten. Natürlich gewürzt mit einer Prise Mumpitz.
To ensure that nobody misses out on this international sensation we would like to utilise the festival season to spread the word. Naturally peppered with some Mumpitz.


 

„Mumpitz to go“ ist das Motto. Mumpitz für alle und in Erinnerung an unsere Fotoaccessoires aus dem Adventskalender haben wir noch ein paar Bärte dazu getan.
The motto is "Mumpitz to go". Mumpitz for everyone, and in memory of our accessories from last years advent calendar we also included some beards. 

Über diesen Link können Sie sich den Flyer herunterladen:
You can download the flyer from this link: www.coppeliania.com/download/Opern_Flyer.pdf  

Drucken Sie ihn sich aus, bereichern Sie die Festivals mit dieser wichtigen Info. Wir sind sicher der Flyer macht sich hervorragend an Zeltstangen und ähnlichem.
Für den Welthenruhm!
Print it, enhance the festivals with this important information. We are certain it will look splendid on tent poles and the like. For glory!

Wollten Sie schon immer mal Litfaßsäule sein? Diese Version des Flyers können Sie an den Hut stecken! Einfach in zu Ihrem Hut passender Größe ausdrucken, ausschneiden, fertig!
You always wanted to be an advertising column? You know where you can stick this version of the flyer - that's right. To your hat! Just print it in a size that fits around your hat, cut it out, done!



Mumpitz Hilft! 

Donnerstag, 9. April 2015

Die Maschine lebt! - Teil 2

Der Kopf der Maschine ruckte in meine Richtung, sie starrte mich einige Sekunden scheinbar verwirrt an, was mich verwunderte. Konnte eine Maschine verwirrt sein? Dann erwiderte sie: "Meine Systeme sind intakt."
Die Antwort wiederum irritierte mich ein wenig. Was nun? "Sie waren wohl zu schnell um dem Baum auszuweichen?" fragte ich, während meine Gedanken rasten.
"Ein plötzlicher Energieschub zwang mich zum Handeln. Ich musste die Energie verbrauchen, sonst wäre ich detoniert.", erklärte die Maschine. "Dann kam die Explosion nicht von Ihnen?"
Überrascht schaute mich die menschlich wirkende Maschine an. Die Emotionen, die sie zeigte, ließen mich erkennen, dass ich es mit einem Wesen zu tun hatte, welches über einen eigenen Willen verfügte. "Nein!", rief sie aus und schüttelte sich ein wenig. "Das Labor! Der Professor baute mich dort, damit ich ihm zu Welthenruhm verhelfe. Seine neuesten Tüfteleien allerdings ließen zu wünschen übrig, wissen Sie... Immer wieder wollte er meine Leistung steigern - so auch vorhin, als er mit diesem explosiven Element herumhantierte. Das alles ist nur geschehen, weil er mich achtlos in der Nähe des galvanischen Bades gelassen hat!" Eine Salve lauter, tickender Geräusche ertönte aus der linken Schulter der Menschmaschine. "Es hat bereits viele Explosionen gegeben. Der Professor sagte stets, sie würden seinen Glauben nicht erschüttern... Nun, und dann kam der heutige Tag. Diese Detonation war heftig - sie ist in meine Schaltkreise gelangt und hat mein System auf diese Weise zur Überlastung gebracht!"


Ich tat, als hätte ich jedes Wort verstanden und hatte doch keinen Schimmer, wovon sie sprach. Als ich vorschlug, die Maschine zurück zum Labor zu begleiten, sprang sie mit einem Satz auf die Füße. "Nein! Ich gehe nicht dorthin zurück! Sehen Sie doch, was der Professor mir angetan hat!"
Ich betrachtete sie, verstand aber nicht, was sie meinte.
"Ein CELLO! Mein Körper besteht aus einem CELLO! Welche Maschine, die etwas auf sich hält, besteht denn aus einem CELLO?!"
"Ähm...", druckste ich herum.
"Keine!!", fiel sie mir ins Wort, und ihre Stimme überschlug sich. "Ich habe im World Wide Web nachgeforscht und es gibt nicht eine humanoide Maschine, die aus einem Cello gebaut wurde!"


Mir wurde mulmig bei diesem Gefühlsausbruch, denn ich beobachtete, wie kleine Flammen aus ihrem Inneren leckten. Ich erklärte der Maschine, dass Einzigartigkeit etwas sei, das von Menschen sehr geschätzt werde. Sie hielt dagegen, dass sie eine Maschine sei; wenn Maschinen gut seien, würden sie vervielfältigt - und ein Cello als Körper spräche nicht gerade für erste Güte. Auch wenn ich sie nicht vom Konzept der Einzigartigkeit überzeugen konnte, merkte ich doch, dass die sich windenden Zahnräder im Inneren langsamer wurden; sie schien sich zu beruhigen.

Also nicht zurück zum Professor. Etwas unschlüssig erklärte ich, dass ich mich nun wieder auf den Weg machen wolle und stapfte zurück zum Pfad. Nach kurzem Zögern folgte mir die Maschine. Was wurde nun aus ihr? War sie gefährlich? Wollte Sie selbst Welthenruhm ernten, oder war dies nur der Wunsch des Professors? War ich in der Lage, sie gegen ihren Willen zurück zum Labor zu bringen?
Ein Blick auf den Baum genügte. Nein, das würde mir nicht gelingen. Wäre es überhaupt von Vorteil, wenn der Professor sie zurück bekäme? Immerhin schienen seine Beweggründe für den Bau der Maschine mehr als zweifelhaft.


Ich schreckte aus meinen Gedanken hoch. Waren die mechanischen Geräusche, die von der Maschine ausgingen, wieder lauter geworden? Ich drehte mich zu ihr um und sah, wie sie mit einer einzigen Bewegung den Schnee vom Boden aufsaugte und gen Himmel blies. "Warum hast du das getan?", fragte ich erstaunt.
"Auf diese Weise kann ich gleichzeitig meine Systeme kühlen und überschüssige Energie abbauen. Zumindest so lange noch Schnee liegt.", erklärte die Maschine und sah in den Himmel.

Ich tat es ihr gleich und beobachtete gebannt, wie der Schnee langsam wieder zu Boden fiel, um sich erneut wie eine Decke über den Waldboden zu legen. Die Maschine hatte den Schnee so gekonnt nach oben katapultiert, dass er nicht wie ein Klumpen nach unten fiel, sondern in schönen einzelnen Flocken zu Boden schwebte. Hätte ich nicht mit eigenen Augen gesehen, woher der Schneefall kam, hätte ich geglaubt, es würde schneien.


Einer plötzlichen Eingebung folgend fragte ich die Maschine, ob sie sich mir anschließen wolle. Ich erzählte ihr von den Wolkenkraken, die ich erforschte, von deren Vorliebe für Seifenblasen, von der Blubber Brigade und von der Konfetti Kompanie, der ich angehöre.

Eine Maschine mit solchen Fähigkeiten wäre in der Konfetti Kompanie überaus willkommen. Das Licht in den Augen der Maschine wurde dunkler, sie starrte geradeaus und antwortete nicht. Als ich mich schon fragte, ob ihre Energie vielleicht zur Neige ging, erwachten die Augen wieder. Sie fixierte mich und sprach: "Ich habe nachgeforscht. Die Konfetti Kompanie verfolgt eine wichtige Aufgabe. Mir war nicht bewusst, dass ich meine Fähigkeiten auch zum Schutz des Menschen einsetzen kann. Ich werde mich dir gern anschließen, allein schon um nicht zu tun, wofür ich erbaut wurde." Ein böses Lächeln zeichnete sich auf ihrem humanoiden Gesicht ab.

Tja, ob ich die Beweggründe für seine Entscheidung SO genau wissen wollte, dessen war ich mir nicht sicher, doch nun gut. Dann blieb nur noch eins zu klären: "Wie nennt man dich?"

"Mein Name ist Sinus. Sinus Di Tempore."



Mittwoch, 8. April 2015

Die Maschine lebt! Teil 1

Anlässlich der Veröffentlichung des Liedes "Ein Experiment" auf dem neuen coppelianischen Tonträger "Hertzmaschine" möchte ich Ihnen die ganze Geschichte erzählen. Ich bin mit meinem Freund Sinus di Tempore, der im Liedtext lediglich als "die Maschine" bezeichnet wird, an den Ort des Geschehens gereist um zu rekonstruieren, was damals geschah. Der Professor hat mir einige Informationen zugespielt, sodass die Geschichte nun vollständig erzählt werden kann. Auf die Frage hin, wie man darauf käme, eine solche Maschine überhaupt zu bauen, empfahl er mir eine gute Flasche Wein, den die Muse seiner Meinung nach besonders zu schätzen weiß. Es muss schon ein sehr guter Jahrgang gewesen sein, wenn er sogar in Holzkunst verewigt wurde.


So lassen Sie mich nun ohne weitere Umschweife die Geschichte erzählen, werthe Leser. Sie beginnt dort, wo das Lied endet, mit einem Knall:


Im letzten Moment gelang es dem Professor und seinem Assistenten hinter den großen Schreibtisch zu springen, der ihnen schon so oft das Leben bewahrt hatte.

Der Professor spürte, wie die Hitze der Explosion über seinen Kopf hinweg fegte. Der Schreibtisch bot leider keinen vollständigen Schutz; zahlreiche Explosionen hatten dafür gesorgt, dass das Haupthaar des Professors immer wieder verbrannte. Als er sich schon an seinen Anblick gewöhnt hatte, bemerkte er eines Morgens, dass sein Haar im Begriff war nachzuwachsen. Er hatte es vor Schreck abrasiert - seitdem wuchs es nicht mehr.

Als es wieder still war im Labor, lugten er und sein Assistent vorsichtig über die Tischkante. Staub fiel zu Boden, ansonsten blieb es ruhig. Was für ein Chaos, was für ein Rückschlag! Es würde Wochen dauern, alles neu zu beschaffen, aufzubauen und das Labor wieder herzurichten. Plötzlich erhob sich eine maschinenhafte Gestalt aus einem Trümmerhaufen. Der Professor sprang vor Schreck einen halben Meter hoch und rief: „ES LEBT!!!“
„Es flüchtet!“, schrie dagegen der Assistent.

Und er hatte Recht. Im Inneren der Gestalt liefen die galvanischen Apparaturen heiß, das Uhrwerk raste. Die Maschine setzte sich in Bewegung. Die überschüssige Energie in ihren Eingeweiden musste umgesetzt werden, sonst würde sie explodieren. Also lief sie. Sie lief geradewegs gegen eine Wand, riss sie ein und lief über die Anlagen des Herrenhauses in den nahe gelegenen Wald. Der Professor wollte schon hinterherlaufen, doch er musste schnell einsehen, dass er mit der Geschwindigkeit der Maschine nicht mithalten konnte. Sie würde später mit anderen Hilfsmitteln eingefangen werden müssen.


Der Wald war genauso unheimlich, wie ich es in Erinnerung hatte. Der viele Schnee, der während der letzten Tage gefallen war, warf im Dunkeln groteske Schatten, welche die Bäume wie albtraumhafte Kreaturen aussehen ließen – selbst das Unterholz schien mir nicht freundlich gesinnt. Zudem war es im Wald unheimlich still. Es sind nur Schatten, Licht und Schnee, beruhigte ich mich selbst, atmete tief durch und schritt weiter den Weg entlang. Gerade als ich mich entspannte, ertönte aus der Ferne ein Geräusch, als bahnte sich etwas sehr Starkes einen Weg durch den Wald - und es kam in meine Richtung!

Ich beschloss zu rennen. Was sollte ich sonst tun? Plötzlich ertönte ein lautes Krachen. Mit einem Hechtsprung warf ich mich nach vorn und rollte ab, da ich andernfalls unter einem umstürzenden Baum begraben worden wäre. Als ich meine Hand nach hinten ausstreckte, merkte ich, dass der Baum nur wenige Zentimeter hinter mir eingeschlagen war. Das war knapp!

Völlig außer Atem blieb ich sitzen und lauschte. Der Wald war ruhig bis auf ein sehr merkwürdiges, leiser werdendes Geräusch, das ich so bisher noch nie vernommen hatte. Man sollte sich selbst nicht als Abenteurer bezeichnen, wenn man in einer solchen Situation einfach davonrennt, erklärte ich mir selbst. Ich nahm meinen Mut zusammen und beschloss nachzusehen.


Ich seufzte und schlich vorsichtig den waagerecht liegenden Baumstamm entlang. Er war vollständig entwurzelt. Am Fuße des Wurzelballens, der nun senkrecht in die Höhe stand, saß eine Maschine und starrte leblos vor sich hin. Ich erkannte in ihr die Kreatur, die ich aus dem Labor hatte flüchten sehen und erstarrte. Offensichtlich war sie blindlings durch den Wald gehastet und schließlich gegen diesen Baum geprallt. Bis auf die Nieten und Stahlplatten in seinem Antlitz war das Geschöpf einem Menschen zum Verwechseln ähnlich. Vermutlich wurde sie auf mechanischem Wege betrieben, denn ich konnte die galvanischen Motoren sirren hören. Nach kurzem Zögern sprach ich zu ihr: "Sind Sie verletzt?"

Fortsetzung folgt.

Sonntag, 5. April 2015

Konfetti Kompanie - erster öffentlicher Einsatz beim Coppelius Konzert in Stuttgart

Die Konfetti Kompanie rüstet sich für den Einsatz. Die Waffen sind feuerbereit, das Konfetti portioniert - auf nach Stuttgart!


Vor dem Club Cann warten schon die ersten Konzertbesucher auf Einlass. Bald geht es los.
Drinnen erwartet uns eine große Bar, Sitzmöglichkeiten und ein Billardtisch. Im eigentlichen Konzertsaal angekommen werden erst einmal die Konfettikanonen geladen. Noch eine kurze Einsatzbesprechung, dann kann es los gehen.
Lolita Komplex betreten die Bühne etwas früher als erwartet. Aufwändige Kostüme, mitreißende Klänge, Lolita Komplex bringt sogar Konfetti mit - sehr sympatisch!


Coppelius betreten anschließend in gewohnter Manier die Bühne. 
Die Setlist besteht aus einer guten Mischung als alten und neuen Liedern. Ein absolutes Highlight des Konzertes war für mich das Bass-Solo! Herr Voss rockte den Bass auf derart ungezügelte fast schon beängstigende Weise, dass Le Comte Caspar von der Bühne floh und im Auditorium Zuflucht suchte. 


Bei "Time Zeit" erfolgte nun der geplante Konfettieinsatz. Während des Refrains stieg immer wieder eine wahre Wand aus Konfetti in die Luft. Die Mitglieder der Kompanie hatten sich erfolgreich unters Auditorium gemischt und ließen immer wieder neue Konfettiwolken über den Köpfen der Zuschauer entstehen. 


 Nach dem Lied hatten die Kompaniemitglieder die Anweisung "Feuer Frei!", das ließ man sich nicht zweimal sagen! Unterbrochen wurde das Konzert von einem Schlagzeugsolo, dass Herr Nobusama auf sehr dekadente Weise zu erfüllen wusste.


Coppelius brachten eine sehr abwechslungsreiche Mischung aus alten und neuen Liedern, herzergreifenden und mitreißenden Klängen, ernsten Momenten und Albernheiten und ließen die Zeit viel zu schnell vergehen. 






Die Kompanie feierte den Abschluss des Konzertes mit einer kleinen Konfetti-Schlacht und bedankt sich für alle, die den Spaß mitgemacht haben, insbesondere Herr Voss, der es sich nicht hat nehmen lassen selbst Konfetti zu werfen und Herrn Max Coppella, der sogar während des Konzertes einen Konfettishooter abgefeuert hat. 










Ei ei ei - Oster-Fantreffen mit Konzert Annaberg-Buchholz April 2015

Ein wunderschönes Fantreffen-Wochenende geht zu Ende, noch halten mich einige Szenen gefangen, die ich euch auch nicht vorenthalten möchte, also hier ein paar relativ kurze Worte (Fotos sind Schnappschüsse, sicher wird es – wie immer – anderweitig noch professionellere Aufnahmen vom Konzert geben).

Schon am Freitag Abend – Coppelius spielten hier gerade in Wien – traf man sich auf Grillgut und Plauderei in Bayreuth zum Vorostern. Und: Eierfärbemarathon! Man stellte fest: Eierfärben ist eine Sucht, man kann nicht damit aufhören und muss sich fest in den Griff nehmen, wenn man irgendwann einmal zum Ende kommen will. Ergebnis: Viele schöne bunte coppelianische Verrücktheitseier, die darauf warteten, mit den anderen Ostergeschenken der annabergschen Fanatiker zur Übergabe vereint zu werden.



Tags darauf: Anreise im hügeligen und schneebedeckten Annaberg. Pension war gleich gefunden und besetzt – das gab einen Dekadenzpunkt für ausladende Räumlichkeiten, auch sehr freundlicher Empfangsservice. Ein weiterer Dekadenzpunkt wird für den Besuch im „Schokoguschl“ vergeben, einer Schokoladenmanufaktur von tadellosem Ruf und hohem Preise, in dem man auch ein oder zwei Kostproben erstand und gleich verzehrte. Sportpunkte gab es für das Erklimmen der Zick-Zack-Straße im 45°-Winkel innerhalb kürzester Zeit und pünktlicher Wiederanreise in der Pension und Eilendsankleiden. Auf der Suche nach Grundlage für den Abend fiel man schließlich im „Neinerlaa“ Ratskeller direkt in der Mitte von Annaberg ein – hervorragendes Ambiente und auch Speisung der hungrigen Mäuler, lange nicht hatte man so exzellent gefanatikspeist! Also insgesamt ein sehr dekadenter Nachmittag und Vorabend.





Nun ging es schließlich zum Veranstaltungsort, der Alten Brauerei, wo schon weitere Osterhäschen darauf warteten, endlich ihre Nester fertig bauen zu können, was auch sehr fix geschehen war, das Ostergras flog nur so, die Eier ebenso. Das war ein sehr freudiges Hallo! Und da war auch schon bald Einlass – zusehends füllte sich der kleine Saal, die ersten Ostereier wurden verteilt, dies fand Anklang, schon bald sah man den einen oder anderen Fanatiker genäschig rascheln und knuspern.





Im Vorprogramm zu Coppelius: Lolita Komplex – überraschend spritzig und witzig, mit sehr charismatisch wirkendem Sänger und sehr sympathischer Sängerin im phantasievollen Kostüm in einem absoluten Lolita-Zirkus-Badass-Stilmix – diese Gruppierung muss man sich einmal ansehen, wenn man Gelegenheit hat. Dieser Band aus Österreich macht das Auftreten Spaß! Auch wenn man sich auf der sehr kleinen Bühne etwas arrangieren musste, wurde der Auftritt jedoch äußerst zufriedenstellend gemeistert, die Stimmung wurde erfolgreich gehoben, man hätte sich durchaus noch ein paar Stücke angehört. Weiter so!



Und nun nach längerem Warten bei hypnotischer Hintergrundmusik: Coppelius, juhu! Gleich zu Anfang wurde bemerkt: Exzellente Stimmung, im Publikum so wie auch auf der Bühne. Die Hasenohren wippten entsprechend mit und wurden auch wild umhergeschüttelt – das letzte Konzert dieses Wochenendes auf kleinem Raum, es war hitzig, es war eng, so, wie man es eben von der Brauerei kennt. Dieses machte das Ganze etwas anstrengend, aber bei dieser Setlist konnte man wieder einmal einfach nur mitmachen, was auch ordentlichst getan wurde. Sehr gemischtes Publikum, aber alle fanatisch gestimmt, Grundvoraussetzungen also: einwandfrei.


Und rumms! – ging es zum „Luftschiffharpunist“, der als Einsteiger wirklich gut kommt! Zeit verflog und verrann zusehends, ein Hammer folgte auf den nächsten - positiv aufgefallen dieses Mal „Glad to be dead“, bei dem Stimmung und auch Aufführung gut zusammenpassten. Leider gab es einige tontechnische Probleme, so wurden die Klarinetten teils bei mehreren Lieder gar nicht gehört (Standpunkt fünfte Reihe vorne); auch das Singen von Le Comte Caspar ging manchmal leider unter. Dafür waren aber Cello und auch Bass stark im Vordergrund, was die „Herzmaschine“ und auch einige andere Stücke umso interessanter machte, da einem das Cello in den geliebten Tiefen direkt in den Bauch ging. Das vibriert! Bei „Sternenstaub“ hätte man gerne auf den Halleffekt am Klavier verzichten können, dennoch ein sehr schönes Stück, auch das „Himmelstaue“, gesungen von Diener Bastille, wieder sehr sauber und klar, beeindruckend. Bemerkenswert auch Graf Lindorfs Feierwilligkeit – so muss das sein, das wollen wir, mehr davon! Die Herrschaften zeigten viel Humor und Improvisationskunst und auch Interaktion mit dem Publikum, das ist es, was gut gefällt, denn live is live, und das ist grandios!





Gegen Ende fetzte noch „Killers“ in der Liveversion die Gehörgänge entlang, dieses Stück, von Coppelius aufgeführt, ist einfach unschlagbar, das muss man hier klar und deutlich sagen. Bei „Konzert“ musste ich diesmal aufgrund der allgemeinen Emotionalität dieses Stücks doch weinen, und dem Himmel sei Dank wurde nach dem eigentlichen Abschluss mit unermüdlicher Energie noch einmal aufgespielt, denn so hätte man wirklich nicht abtreten wollen – Graf Lindorf inklusive Cello bei „Habgier“ im Publikum, das war die absolute Bombe! Applaus!

Im Anschluss ergab sich wie meistens noch Gelegenheit für ein kleines Gespräch und viele Bilder, wir danken für diese Unselbstverständlichkeit. Herr Voss wurde zum Mitosterhasen erkoren, da er es geschafft hatte, auf der Bühne mit dem Mund Eier zu legen . Alles war wunderbar, trotz Tonproblemen ein stimmungstechnisch sehr mitreißendes Konzert! Die Osterhasen danken!




Ich persönlich danke besonders Bastille für sein „Egal, wir feiern jetzt!“-Sonnengemüt, das über vieles hinweghilft, und auch insgesamt Coppelius, immer Anlass für Reisen, Vergnügen und Schaffen zu sein. Coppelius hilft, und das immer wieder. (Man möge die Wirren dieses Berichts verzeihen, zu viele Eindrücke wollten auf einmal heraus!)

... und: Es wird die nächsten Tage sehr viele Eier zum Essen geben ...

Zu sehen sind die Herrschaften demnächst noch in Leipzig, Magdeburg und auf dem Hexentanz-Festival, weitere Termine finden sich auf der offiziellen Seite. Da Capo!

Frl. Sheris vdK

Mittwoch, 1. April 2015

Coppeliania Fan Kalender - April

Wir wünschen viel Freude mit dem neuen Kalenderblatt!



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