1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Donnerstag, 27. Februar 2014

Flugblätter für die Coppelius Frühjahrskonzertreise 2014

Coppelius bitten das hochgeschätzte Auditorium erneut um Mithilfe:
Wer würde Flugblätter für die Coppelius Frühjahrskonzertreise 2014 unter die Menschen bringen?

Ein elektrischer Brief mit Name & Adresse an presse@coppelius.eu wäre freundlich.
Unter allen Flugblattverteilern werden wie immer Freikarten für die Konzertreise verlost:

27.03.2014 (Do) Knust Hamburg
28.03.2014 (Fr) Matrix Bochum
29.03.2014 (Sa) Moritzbastei
03.04.2014 (Do) Colos-Saal Aschaffenburg
04.04.2014 (Fr) BACKSTAGE München - Werk, Halle, Club, Werkstatt/Studio, Nachtbiergarten
05.04.2014 (Sa) Club Zentral Stuttgart
06.04.2014 (So) Der Hirsch Nürnberg
11.04.2014 (Fr) K17- The Club Berlin

Auch die geschätzten Fanatiker von Aeronautica und Waldmeister ist Retro sind höflich angesprochen.


Mittwoch, 26. Februar 2014

Kreativ - Wettbewerb



So könnt ihr teilnehmen: 


- Sendet eure Beiträge in geeigneter Form (1 Bild, 1 Text, Video; max. 2 Beiträge pro Person) bis einschließlich 26.03.14 an wettbewerb@coppeliania.com. Veröffentlicht sie vorher nicht!*

- Im Anschluss werden wir alle eingesendeten Beiträge in einem Album auf der Coppeliania Facebookseite posten und ihr habt einen bestimmten Zeitraum, um eure Favoriten mittels "Like" zu bestimmen. Ihr habt beliebig viele Stimmen.

- Die drei Beiträge mit den meisten Stimmen gewinnen famose, sagenhafte Preise und werden in Käseblatt und auf dem Blog geehrt und bejubelt!

- Was ihr Schönes gewinnen könnt, erfahrt ihr später an dieser Stelle. Vorab sei verraten, dass ihr euch ja schon mal im Krämerladen umschauen könnt, ob euch noch ein Herzensstück fehlt.

- Bitte achtet darauf bei der Beitragserstellung keine Rechte an Bild und Ton zu verletzen!

Hier geht es zum Krämerladen:



*Alle Wettbewerbsgewinner dürfen ihre Wettbewerbsgewinne selbstverständlich entgegennehmen, mit Ausnahme derjenigen Teilnehmer, die ohnehin schon unbegrenzten und beruflich oder familiär bedingten unbegrenzten Zugriff auf Artikel des Krämerladens besitzen. In diesem speziellen Fall rücken die Teile der Gewinne, die eine Begünstigung im obenstehenden Sinne bedeuteen, an die nächstplatzierten Wettbewerbsgewinner weiter.

Dienstag, 25. Februar 2014

Oktopelische Dienerschaft


Bei meinen Reisen durch die Lande habe ich eine unglaubliche Entdeckung gemacht: Es gibt eine Oktopelische Dienerschaft! Sie sind es gewohnt ihre Arbeit ungesehen zu verrichten, entsprechend schwierig ist es eine solche Kreatur abzulichten. Man vergisst daher auch leicht, dass sie existieren, doch wenn Sie das nächste mal Beispielsweise Ihre Schuhe suchen überlegen Sie, ob Sie nicht evtl. einer solchen Kreatur Obdach gewährt haben.  

                                                                                                                                        C.Regenschein

Montag, 24. Februar 2014

Die Coppelius Frühjahrskonzertreise 2014

Und hier noch einmal die komplette Frühjahreskonzertreise im Überblick:
Coppelius auf Frühjahrskonzertreisen in
Hamburg, Bochum, Leipzig, Aschaffenburg, München, Stuttgart, Nürnberg, Berlin

Details zu den Konzerten:

27.03.2014 (Do) Knust Hamburg
http://www.facebook.com/events/1379152579017335/?ref=5

28.03.2014 (Fr) Matrix Bochum
Im Vorprogramm: Aeronautica
http://www.facebook.com/events/193279824189824/?ref=5

29.03.2014 (Sa) Moritzbastei Leipzig
http://www.facebook.com/events/1454652308080941/?ref=5

03.04.2014 (Do) Colos-Saal Aschaffenburg
http://www.facebook.com/events/552522414855772/?ref=5

04.04.2014 (Fr) Backstage München
http://www.facebook.com/events/357262684418010/?ref=5
BACKSTAGE München - Werk, Halle, Club, Werkstatt/Studio, Nachtbiergarten


05.04.2014 (Sa) Club Zentral Stuttgart
(präsentiert von SWR3)
http://www.facebook.com/events/1375873709324424/

06.04.2014 (So) Der Hirsch Nürnberg
http://www.facebook.com/events/656193791088831/

11.04.2014 (Fr) K17- The Club Berlin
Im Vorprogramm: Waldmeister ist Retro
http://www.facebook.com/events/364967820304290/?ref=5

Immer aktuell auch auf http://coppelius.eu/konzertreisen_de.html

Mit Le Comte Caspar und Sissy Voss


Praxis Dr. Coppella

„Strecken Sie mal die Zunge aus“, befahl ich dem Patienten vor mir. Ein betuchter Herr wohl, mit goldenem Uhrkettchen an der seidenen Westentasche. Sehr voluminös. Er tat, wie ihm geheißen, und ich musterte die blauen Verfärbungen an seiner Zunge. Das ging ja noch. Hätte eigentlich schon mehr sein müssen. Ich fühlte seinen Puls, besah mir seine Hände. Die Adern traten hervor. Die Haut wirkte grau.
„Wird es denn besser?“, fragte der Herr und wischte sich mit einem Stofftaschentuch den Schweiß von der Stirn. Insgesamt machte er auf mich einen nicht allzu guten Eindruck. Objekt Nr. 35, Herr Fuchsweidner, Zustand beträchtlich verschlechtert, notierte ich mit Bleistift in mein kleines ledergebundenes Büchlein. Wie zu erwarten, dachte ich. Einmal sehen, wie lange noch.


Am Abend pflegte ich, nach einer Stunde Übung auf meiner lieben Klarinette, alle Krankheitsverläufe noch einmal säuberlich auf jede Karteikarte einzutragen, eine für jeden Patienten. Normalerweise hätte man dazu wohl eine Krankenschwester, doch eine solche wollte und konnte ich mir nicht leisten, dazu lohnte sich die Zeit nicht, die ich erfahrungsgemäß wahrscheinlich in dieser Stadt zubringen würde. Nur hinausgeworfenes Geld.
„Ich weiß nicht recht - wie mir scheint, nicht“, antwortete ich ausweichend, und blickte von dem Buch auf. „Nehmen Sie das Mittel nur weiter. Etwas anderes können wir im Moment nicht tun.“ Der Patient nickte, und erhob sich schwer aus dem Stuhl vor meinem Schreibtisch. Ich drehte mich zu meinem Sammelsurium von Mitteln auf dem Apothekerschrank herum, und suchte ein kleines Fläschchen mit einer durchsichtigen Substanz aus, das ich ihm überreichte. „Zwei mal am Tag.“, sagte ich, ihn zur unbedingten Ordnung bei der Einnahme ermahnend.
Er nickte, nahm es entgegen und schüttelte mir die schweißbenetzte Hand. Mich ekelte kurz, aber ich versuchte, es gut zu verbergen. „Kommen Sie in zwei Tagen wieder. Ich wünsche Ihnen gute Besserung!“ sagte ich ihm freundlich hinterher, als er zur Türe hinausging und mir eine Münze in die Hand drückte. Er hustete in sein Taschentuch. „Danke, Doktor Coppella.“, murmelte er. Ich sah ihm nach. Vielleicht noch eine Woche, zwei ... vielleicht auch nicht. Äußerst widerstandsfähig. Das machte wahrscheinlich die Masse, dachte ich.

    


Ich warf einen Blick in das Wartezimmer, angefüllt mit allerlei Volk; ältere Damen, ein nach Arbeiter aussehender junger Bursche, eine Mutter mit Kind. Die letzteren würde ich wohl wieder heimschicken müssen, das taugte nicht. Ich winkte eine der Frauen herein, die ebenfalls hustete. Als sie an mir vorbeiging, erschnupperte ich Lavendel in ihrem Haar. Eine Neue. „Guten Tag. Was haben Sie denn für Beschwerden?“, fragte ich, und schloss leise die Tür hinter ihr.
Als sie mir diese nannte, experimentierte ich bereits im Geiste - ich war neugierig, wie sich ein Hauch Arsen, vermischt mit Lindenblütenextrakt in roher Pulverform, schlussendlich auf ihren Husten auswirken würde. Zwei, oder doch lieber Messerspitzen - reichten schon zwei? Würde man sehen, sagte ich mir. Bald würde sie mit anderen Dingen beschäftigt sein. Eine kuriose Form der Heilung, aber - eine Heilung. Irgendwie. Seltsam, dass manche Leute für derartige Studienzwecke auch noch bezahlten ... weniger wundersam, wenn klar war, dass sie davon ja auch nichts wussten. Ein bedauerlicher Umstand, aber zweckmäßig, sagte ich mir einmal wieder, wie schon so oft ... vertrau auf deinen Arzt, der macht das schon. Dieser Grundsatz war für meine Forschungen schlichtweg Gold wert. Forschung - was wollte ich nicht alles wissen. Tja, manchmal musste man dafür eben auch ... über Leichen gehen.

                                                                                                                                                   ShvdK




Sonntag, 23. Februar 2014

Die Blubber Brigade



Sie haben vom gefährlichen Oktopelius Piratopus gehört und möchten die Blubber Brigade unterstützen?

Seit 12. Oktober in limitierter Auflage erhältlich: Die Blubber-Aktie. Investieren Sie in absoluten Mumpitz und erhalten Sie dafür dieses schöne Zertifikat und ansonsten .. nichts! Außer Seifenblasenspaß.

Sie möchten selbst auf Oktopeliusjagt gehen? 

Die Blubber Brigade sucht immer Verstärkung! Blubbern Sie mit und lassen Sie die Seifenblasenstürme von letzem Jahr wiederauferstehen!

Der Einsatz auf dem WGT 2013 bleibt unvergessen.
Kontaktieren Sie uns unter GCStrassenbauG@gmail.com oder sprechen Sie die Leute mit den Seifenblasen an. 


                                                                                                                               C.Regenschein




Download: Das Olimpianische Käseblatt Ausgabe 2



Und hier ist es, die lang ersehnte zweite Ausgabe des Olimpianischen Käseblattes als Download.

Einen Teil der Übergabe kann man sich im offiziellen Tourtagebuch der Herren vom Mera Luna anschauen.

Wir wünschen viel Spaß beim Schmökern!


Samstag, 22. Februar 2014

Constanze

Die Augen meines Gegenübers waren weit aufgerissen, ungläubig. „Das ist nicht möglich“, stieß der schlaksige Mann aus. Der Schweiß war ihm ausgebrochen, ich sah es genau. „Wie viele Asse gibt‘s denn in dem Spiel, frage ich Sie?“, schrie er. „Wohl vier.“ sagte ich ruhig und legte den Kopf schief. „Man sollte hier nicht anfangen, wenn man nicht zählen kann.“ „Betrüger, Lügner, Gaukler!“ entfuhr es dem mir wohlbekannten Manne namens Deininghart und er erhob sich, um über den Tisch nach mir zu greifen, auf dem immer noch die stechenden Karten lagen. Bevor er nach seiner Pistole fassen konnte, waren andere Männer herzugesprungen und hielten ihn am Rock fest. „Robert, das bringt doch nichts“, beschwichtigte ihn Lerchenfeld, ein junger Kerl im brockatbesetzten Gehrock, den ich ebenfalls kannte. „Spielschulden sind Ehrenschulden.“ sagte ich gleichmütig und zuckte mit den Schultern, bevor ich mich vom Tisch erhob und nach meinem hellgrauen Zylinder griff. Ich strich das Revers meines Rocks glatt. „Ich verabschiede mich - Ihre Kutsche nehme ich gleich einmal in Augenschein.“ „Halsabschneider, Betrüger!“ wetterte mein Spielkamerad und wehrte sich gegen die anderen Männer, die ihn immer noch zurückhielten, aber das ließ mich unbeeindruckt. „Falls Sie wieder einmal gegen mich antreten wollen, bringen Sie einfach mehr Geld mit.“ Ich nickte dem Besitzer des Etablissements kurz zu, einem grobschlächtigem Mann mit struppigem Bart und Halbglatze, bevor ich die Treppe hinaufstieg, die in eine schmutzige Seitengasse und von da an auf die Hauptstraße führte.


Der Abend war lau, eine Sommernacht, wie man sie sich vorstellte. Auf der Hauptstraße drüben am Park wartete Deiningharts Kutsche, nebst derer einiger anderen Herren aus dem Spielsalon. Ich ging hinüber, meinen Gehstock schwingend und betrachtete sie gutgelaunt. Sie war angespannt mit einem weißbraunen Gescheckten. Der Kutscher machte einen mürrischen Eindruck auf mich, aber das tat nichts zur Sache. Alles zusammen würde einen guten Preis bringen, nahm ich an. „Heda, einmal in den Kirschbaumweg Nummer 17“, rief ich ihm zu und öffnete die Seitentür zum Innenraum. „Das ist die Kutsche des jungen Herren Deininghart!“, entgegnete der in schmuddliges Braun gekleidete Mann und blickte verwirrt zu mir herunter. „Jetzt ist es meine - Ihr ehemaliger Herr spielt einfach zu schlecht.“ erwiderte ich nur und stieg hinein. Ich schloss die Tür wieder und ließ mich in die roten Ledersitze sinken. „Nun fahren Sie schon, ich habe es eilig!“, rief ich nach oben und pochte mit dem Gehstock gegen die Decke. „Ist ja schon gut.“ brummte der Fahrer und schickte sich an, das Pferd antraben zu lassen. Ich machte es mir bequem, zog schmunzelnd eine Spielkarte aus meinem Ärmel und betrachtete sie. Herz-Ass. „Und wie ist der Name des werthen Herren, damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe?“ fragte der Kutscher laut von oben in die Kabine hinein. „Ich bin der Freiherr von Eichenstädt. Jetzt fahren Sie los.“ sagte ich und drehte die Karte zwischen den Fingern.


Diese Stadt ist voller Nichtskönner, dachte ich, als ich wieder einmal nachts aus dem Salon kam und meine eben neuerworbene silberne Taschenuhr betrachtete. Ein Leichtes, hier ein gutes Geschäft zu machen, aber es wäre bald wohl einmal wieder an der Zeit, abzureisen, der hiesige Raum war abgegrast und voller frustrierter Kartenspieler. Vielleicht in den Norden, dort war ich schon länger nicht gewesen. Das Meer war immer eine willkommene Abwechslung. Das war wohl eine gute Idee.
Ich steckte die Taschenuhr ein und schlenderte auf die Straße. Diesmal wartete keine Kutsche auf mich, ich hatte sie zu einem angemessenen Preis loswerden können. Der Käufer hatte keine großen Fragen gestellt, das hatte man in unserem Metier auch noch nie getan. Pfeifend schlug ich den Weg zum Park ein, atmete den Duft des angepflanzen Jasmin ein, der die Luft schwängerte. Ein Pärchen kam mir auf dem Kies entgegen. Ich tippte mir an den Hutrand und warf dem blondgelockten Mädchen einen Blick zu, den sie errötend erwiederte, bis ich vorbeigegangen war. Ein wenig musste ich über mich selbst lächeln. Ein seltsames Dasein, aber es gefiel mir so, wie es war. Immer ausreichend Geld in der Tasche und die Welt sehen.
Ich ging hinunter an den breiten Fluss, der dunkel gegen die Ufermauern schwappte. Dort setzte ich den Hut ab und lehnte mich an, um das Wasser zu beobachten, wie es in die Welt wanderte. Ich liebte Flüsse, Meere. Ein wenig ließ ich die Gedanken ziehen. Vielleicht sollte ich auch einmal wieder nach Paris gehen, dachte ich. Als sie mich von hinten packten, war ich nicht vorbereitet - sie zerrten mich auf den Weg, zu fünft. „Elender Falschspieler!“ zischte mir Lerchenfeld ins Ohr, ich kannte seine Stimme vom Tisch im Salon. Zwei von ihnen nahmen mich zwischen sich und ich erkannte Deininghart, der die Hand zur Faust ballte und sie mir gleich daraufhin in der Magengrube versenkte. Für einen kurzen Moment war alles nur ein dumpfer Schmerz. Ich hustete und hatte kaum Zeit, den nächsten Schlag abzufangen. Dummer Junge, sagte ich zu mir selbst, du hast zu lange gewartet. Es traf mich im Gesicht, rechts blitze es auf einmal hell auf, als mein Kieferknochen hart getroffen wurde. Mein Schädel klang auf wie eine helle Glocke. Alles wurde kurz schwarz.



„Überfall! Hifle! Sofort aufhören!“ hörte ich eine Frauenstimme rufen. Man ließ mich etwas los, ich hob kurz den Kopf und erkannte nur eine ausgestreckte Pistole, die auf Deininghart gerichtet war. Als sie mich losließen, fiel ich hart zu Boden. Der Schmerz blendete mich noch, ich wusste nicht, wie mir geschah. Aber das hatte ich schon öfters erlebt. „Das werden wir dir noch heimzahlen - wehe, du lässt dich noch einmal im Salon blicken!“ blaffte mich Zwillinger an und versetzte mir noch einen Tritt in die Magengegend, der mir sämtliche Atemluft austrieb. Ich kämpfte darum, mich nicht übergeben zu müssen.
Jemand zog mich auf den Rücken und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Behandschuhte Finger. „Geht es Ihnen denn gut?“ fragte mich ein Herr. Man packte mich und half mir auf die Beine. Ich hustete wieder und rang um Atem. „Es geht schon, haben Sie herzlichen Dank.“ brachte ich nur hervor. Mein Rock war an der Schulter aufgerissen, stellte ich fest. Ein Grund, um mit der Näherin wieder einmal im Hinterzimmer zu verschwinden, dachte ich und blickte auf.
Ein Herr höheren Alters in Abendmantel und Anzug blickte mich an, er trug einen bereits weißen Bart und steckte sich kurzerhand die Pistole wieder in ein Halfter an seiner Seite. „Man weiß nie, wen man auf der Straße trifft!“ sagte er nur und lächelte kurz, während ich mir den Staub abklopfte. „Oh, der Herr Polizeikommissar.“ antwortete ich geflissentlich. „Sie waren wohl meine Rettung.“ Ich hatte ihn von Bildern in der hiesigen Zeitung erkannt. Sofort schoss mir in den Kopf, wie ich jener Situation wohl entfliehen könne, als mein Blick auf die Frau fiel, die ihn begleitete. Es war eine junge Dame in meinem Alter mit grünlichen Augen, von anziehender Gestalt in einem mitternachtsblauen Kleid. Ihr Haar lockte sich weich um ihren Hals, um den sich ebenfalls eine Perlenkette wand - mindestens eine Passage nach Paris wert, wie mein Verstand mir zuflüsterte. Ich schob den Gedanken schnell beiseite.
Sie musterte besorgt das Abbild eines Straßenköters, das ich wohl abgeben musste. „Guten Abend.“ murmelte ich entzückt und wurde mir bewusst, dass ich noch nie eine so schöne Frau gesehen hatte. „Das ist übrigens meine Tochter Constanze.“ stellte sie der Kommissar vor. Der Kopf dröhnte mir immernoch. „Angenehm. Von Eichenstädt.“, erwiderte ich und küsste ihr die Hand. Wenigstens auf meinen Charme konnte ich mich immer verlassen, so auch jetzt. „Ihr Hut.“ sagte sie und reichte ihn mir. „Ist denn alles in Ordnung, wurden Sie beraubt?“ fragte sie mich dann. „Meine Taschenuhr ist abhanden“, antwortete ich, nachdem ich mich kurz abgetastet hatte. „Das ist natürlich ärgerlich. Ich werde sofort eine Fahndung ausgeben.“, sagte der Polizist. Ich hustete. „Tun Sie das“, und zählte einige der Namen auf, die ich nur zu gut kannte. Wer hier wohl wem etwas heimzahlt, dachte ich und setzte mir den Hut wieder auf.
„Sollen wir Sie noch nach Hause bringen?“ fragte mich Constanze. „Zuviel des Aufwands, das ist nun wirklich nicht nötig.“ wehrte ich bescheiden ab, doch der Polizeikommissar bestand darauf, mich in seine Kutsche einzuladen. Das sei doch selbstverständlich, meinte er, und nötigte mich am Ende doch dazu, anzunehmen. Die Fahrt daraufhin war sehr angenehm, wie ich trotz meiner anfänglichen Beklemmung durchaus zugeben musste - fast als wenn man eine ordentliche Familie gehabt hätte. Ich unterhielt mich angeregt mit der Tochter des Kommissars, die mich daraufhin überraschend, mit einem schelmischen Blick und einem kecken Zwinkern, aber mit Zustimmung ihres Vaters, zum Tee einlud. Als ich schließlich im Kirschbaumweg ausstieg und die Kutsche abfuhr, hatte ich nur noch sie im Kopf.


Wir trafen uns nach der ersten Teegesellschaft daraufhin mindestens drei mal in der Woche, sofern es ihr Vater erlaubte. Wir machten ausgedehnte Spaziergänge durch den Park, ritten aus, und es dauerte nicht lange, da war ich ein gern gesehener Gast im Hause des Polizeikommissars, auch wenn mir selbst dabei manchmal mehr als unwohl war. Es war einige Zeit her, seit ich zuletzt im Spielsalon gewesen war - Constanze zuliebe hatte ich das aufgegeben, ohne es ihr aber jemals gesagt zu haben. Es wäre auch zu verfänglich, sollte mich dort auch noch einmal irgend jemand sehen.
Inzwischen hatte ich mich gezwungenermaßen auf die Taschendieberei verlegen müssen, um ihr und ihrem Vater gegenüber nicht als unvermögend zu erscheinen, ein ehrliches Handwerk hatte ich bis dato nie erlernt. Dafür beherrschte ich dieses umso besser - in einer großen Stadt wie dieser war auch das kein Problem, die Straßen waren so eng und die Passanten teils so dicht gedrängt, dass es nicht weiter auffiel. Die Ware wurde man auch leicht wieder los, es fand sich immer irgendein Abnehmer in einer Seitengasse. Stehlen konnte ich schon gut, als ich 5 Jahre alt war und fand nun nichts mehr Anstrengendes dabei. Wenn es darum ging, ein neue Brosche für Constanze zu erwerben, der ich inzwischen so gut als möglich versuchte, den Hof zu machen, war mir nichts zu schwierig oder zu risikoreich. Der Gedanke an sie verlieh mir Flügel, mein Herz kannte nur noch sie. Nichts war mir gut genug für sie.
Mein Herz warnte mich aber ebenfalls, dass ich schon zu lange hier verweilte, aber ich wollte darauf nicht hören, zu schön waren ihre Küsse im Mondlicht am Fluss, zu angenehm das Abendessen in ihrem Haus, zu hell ihr Lachen in meinem Ohr. Meine Kemmenate im Kirschbaumweg verwaiste zusehends, aber das Mietgeld wurde immer pünktlich von mir bezahlt, weswegen sich meine gierschlündige Vermieterin auch nicht beschweren konnte. Ich würde mir hier ernsthaft noch einen ehrlichen Beruf suchen müssen, dachte ich, als ihre Lippen meine flatternden Lider berührten. Sie hätte wohl etwas Besseres verdient, etwas Ehrliches, flammte es in meinem Kopf auf. Ob ich dazu taugte, wusste ich nicht.
Mit diesen Gedanken beschäftigt, verließ ich eines Abends ihr Haus - es fiel mir im Augenwinkel auf, dass das hier angestellte Zimmermädchen in einem schwarzen Mantel äußerst eilig in einer Nebengasse verschwand. Sie blickte sich gehetzt um, als wäre ihr daran gelegen, nicht gesehen zu werden. Dem jähen Instinkt eines Diebes folgend, ging ich ihr die Goethestraße hinunter, nach, bis sie bei einer bestimmten Tür halt machte - zu meiner Überraschung tauchte Deininghart darin auf, der ihr nach kurzer Zeit eine Münze in die Hand drückte. Ich erkannte ihn an seiner komischen gelben Krawatte, die er meistens zu tragen pflegte. Das plötzlich ungute Gefühl trog mich nicht - als mitten in der Nacht plötzlich der äußerst ungehaltene Polizeikommissar samt vier seiner Komparsen vor der Tür stand, man mich auf die Straße schleppte und ich am Rinnstein zufällig Lerchenfeld stehen sah, wusste ich genau, was hinter meinem Rücken zugetragen hatte. Man durchsuchte mein Zimmer und fand Constanzes Perlenkette unter meiner Wäsche im Schrank. Und wie sehr ich auch - in diesem Fall - meine Unschuld beteuerte, man sperrte mich doch auf der nächsten Polizeiwache ein.



„Das ist alles ein großes Missverständnis“, versuchte ich auch noch Tage später den diensthabenden Polizeibeamten zu beschwichtigen, der vor meiner Zelle auf und ab ging. „Sagen sie alle“, erwiderte dieser nur und drehte weiterhin seine Runden. Ich sah ihm nach ließ mich anschließend auf die raue Pritsche sinken, das einzige Möbelstück in meiner Zelle. Nur Deininghart hatte mich inzwischen besucht, er hatte mich ausgelacht. „Unterschätze niemals den, den du im Spiel betrügst, vielleicht spielt er genauso gut wie du.“ war alles gewesen, was ich von ihm zu hören bekommen hatte.
Dieser verfluchte ... wie dem auch sei, das brachte jetzt nichts, wenn man sich mit derlei Gesindel einließ, musste man mit allem rechnen, das sollte ich nur zu gut wissen. Mein Verstand hatte in den letzten Tagen wieder die Oberhand gewonnen, und ich überlegte, wie ich entkommen könnte. Ich wollte nur zu Costanze. Mir war übel vor Sehnsucht nach ihr, sie schwirrte in meinem Kopf umher wie die Mücken am vergitterten Fenster. Aber sie hatte mich nicht besucht - ihr Vater, nahm ich an. Ich musste sie wiedersehen. Ich musste. Ihr sagen, dass ich mich geändert hätte, wenn sie es denn noch hören wollte.
Am fünften Tag nach meiner Gefangennahme öffnete sich plötzlich die Zellentür. „Mitkommen“, fuhr mich der Wachmann an, und murmelte irgendetwas von Besuch. Steif erhob ich mich vom Boden. Die Tür stand offen ... und auf einmal war der Entschluss auch schon gefasst - und genauso schnell wieder weggeschoben, wenn ich mir noch irgendwelche Hoffnungen auf Contanze machen wollte, konnte ich nicht mit einem übereilten Fluchtversuch alles verderben. „Niemals allein Wache schieben“, murmelte jemand plötzlich hinter dem Beamten, ein dumpfer Schlag, er verdrehte kurz die Augen und sank zu Boden.
„Constanze!“ rief ich mehr als überrascht und sah meine Liebste mit einem Knüppel in der Hand im Gang stehen. Sie kam auf mich zu und küsste mich kurz auf den Mund. „Was machst du denn hier - das ist doch-“ kam ich nur dazu zu sagen, bevor ich erneut einen Kuss erhielt. „Beihilfe zur Flucht, ich weiß! Den Knüppel habe ich von Vater ausgeliehen.“ erwiderte sie und fischte schon die Schlüssel für meine Handschellen beim Wachmann aus dem Gürtel. „Ich weiß, dass du es nicht warst, dazu bist du viel zu ehrenvoll - und ich bin verrückt genug, dich selbst zu befreien.“ sagte sie und öffnete das Schloss an meinem Handgelenk. Kurz darauf hatte ich den Wachmann in die Zelle gezogen und abgesperrt. „Du weißt, dass wir hierauf sofort unweigerlich die Stadt verlassen müssen?“ fragte ich sie schmunzelnd wie nebenbei, als wir uns zum Vorzimmer der Zellen begaben. „Ich wollte schon immer hier weg.“ zuckte sie mit den Schultern. „Das scheint mir die beste Gelegenheit. Und ich mag ein wenig Aufregung. Ich dachte, du auch.“
Ich konnte mein Glück immer noch nicht fassen und hatte urplötzlich den Gedanken, als Trickbetrügerpaar mit ihr durch Frankreich zu ziehen, als plötzlich die gegenüberliegende Tür zum Eingangszimmer aufging und ein weiterer Beamter den Raum betrat - mit einem Laut der Überraschung zog er seine Pistole. Ich konnte mich gerade noch auf ihn werfen, aber der Schuss löste sich doch. Ich überwältige ihn. Es gelang mir, die Waffe aus seiner Hand zu winden und ich schlug ihn mit dem Kopf an den Türrahmen, so dass er kurzerhand zusammenfiel. Dann drehte ich mich um und ergriff Constanzes Hand, um sie zur Tür hinauszuziehen, als mir auffiel, dass sie sich nicht mit mir bewegte - ihre Hand war schweißnass, ich blickte an ihr empor, und sah, dass ihr ein dünner Blutfaden aus dem Mundwinkel rann. Kurz darauf breitete sich ein hellroter Fleck auf ihrer weißen Bluse aus. Immer weiter. Sie glühte in flammenden Farben. Ich starrte darauf. Die Welt war auf einmal still. Ich stürzte zu ihr hin, aber sie war schon tot, die Kugel hatte sie mitten in die Brust getroffen.
Just in diesem Moment betrat der Polizeikommissar den Raum. „Dieses törichte Kind, einfach wegzulaufen, aber es hilft nichts, wir müssen auch hier nachsehen-“ hatte er gerade auf den Lippen, bevor er wie zur Stein geworden stehen blieb. Ich starrte auf ihn, vom Boden hoch, beschmiert mit Constanzes Blut, die Pistole noch in der Hand. Ein Reflex ließ mich aufspringen und zur Tür schnellen, ich drängte mich an dem Beamten vorbei, einfach nur hinaus aus dem Raum, hinaus auf die Straße. Ich griff mir das erstbeste Pferd, das dort angebunden stand, sprang auf und trieb es die Straße hinunter. Die Rufe blieben bald hinter mir zurück. Constanze, dachte ich. Immer nur „Constanze“.



Am Bahnhof entwendete ich schließlich einem ähnlich großen Herren die Reisetasche und kleidete mich in der Toillette um. Constanze. Mit etwas Geld aus dem Koffer gelang es mir, ein Billet in Richtung Tschechien zu lösen. Constanze. Mit leerem Kopf stieg ich am Ende in den Zug, der mich nur von hier wegbringen sollte. Constanze. Ich öffnete ein Abteil, in dem schon jemand saß, und setzte mich in einen der grün gepolsterten Sessel. Constanze. Mir schwamm der Kopf - das Blut hatte ich immer noch nicht ganz abwaschen können, aber zum Glück hatte ich ein Paar Handschuhe in der Tasche gefunden, die eingermaßen passten. Constanze. Ich nahm eine herumliegende Zeitung und versenkte mich darin.
„Verzeihen Sie, fahren Sie auch nach Prag?“, sprach mich der Mann an, der mir gegenüber saß. Er hatte einen kahlen Kopf und erschien mir äußerst fragwürdig, als er mich so anlächelte. Ich nickte dennoch stumm. „Kennen Sie sich mit dem Reiseplan aus? Ich habe meinen zufälligerweise verloren, dürfte ich Ihren einmal benutzen?“ fragte er mich, mich neugierig musternd. Constanze. Ich zog einen mitgenommenen Plan aus der Rocktasche und reichte ihn ihm wortlos. „Gestatten Sie mir, mich vorzustellen. Mein Name ist Max Coppella.“ Constanze. „Angenehm.“ würgte ich hervor. Ich schüttelte ihm die Hand. Constanzes Hand, so nass. „Und Sie sind?“ fragte mich der Unbekannte. Constanze. Ich blickte ihn an. „Graf Lindorf.“ sagte ich schließlich.

                                                                                                                                                     ShvdK




Donnerstag, 20. Februar 2014

Das Butterblumenhaus (für Mosch Terpin)

Wenn Platten schleppt Herr Mosch Terpin
ist‘s bis Frühling nicht lang hin -
was macht er da? Ja, ei der Daus!
Er baut ein Butterblumenhaus!
Jahrelang hat er‘s geplant,
die Blumenzucht, wer hätt‘s geahnt -
und siehe da, mit Fleiß und Kraft
wird Material herangeschafft.

Endlich hat er Mut und Holz,
Fenster auch, sein ganzer Stolz.
Zum Öffnen - das muss so auch sein,
gut Luft für Butterblümelein.
Er baut bei Wind, er baut bei Regen,
bei Schnee nicht, der Kälte wegen -
aber endlich, juppheida,
endlich steht das Häuslein da.

Terpin freut sich, grinst verstohlen,
dann geht er sein Blümlein holen,
dieses war ihm lang im Kopf,
denn es wartet schon im Topf.

Er kommt zurück. Doch was ist das?

Ums Butterblumenhäuslein scharen
und liegen sich teils in den Haaren
gewisse Herren, und es geht
darum, was im Häuslein steht.
Denn schneller, als Terpin erträumt
wurde schon alles vollgeräumt,
mit Schaufel, Besen, Heckenscher,
mit Plunder, Krempel und noch mehr.

Herr Voss ihm auf die Schulter klopft:
„Es ist ja ganz schön vollgestopft!
Doch ich freue mich umso mehr,
denn mein Zimmer ist jetzt leer.“
„Aber ich wollt -“ ruft Terpin.
„Schnickschnack“, sagt Le Comte zu ihm.
„Nichts da! Was stehn Sie hier noch?
Der Schnee muss weg, das sehn Sie doch!“

Es nutzt kein Wiederwort, der Pflicht
des Schneeschiebens entgeht er nicht.
Die Herren räumen alles ein,
῾s bleibt kein Platz für Blümelein.
Mosch Terpin ist gar traurig sehr,
schiebt den Schnee lahm vor sich her.
Doch plötzlich fällt ihm etwas ein,
das könnt‘ für ihn die Lösung sein.

Er schippt den Schnee, jetzt froh gestimmt -
der nächste Frühling kommt bestimmt!
Pah, großes Haus, hauptsache eines -
im Grunde reicht doch auch ein Kleines.
Nächstes Jahr baut er sich eins,
sei es auch klein, es wird nur seins.
Ja - drei auf drei Zoll, so soll‘s sein,
das Heim für‘s Butterblümelein!

                                                                                                                 ShvdK

Mittwoch, 19. Februar 2014

Fotos von Coppelius

Richtig tolle Fotos vom Coppelius Konzert am So, 29.12.2013 im Nachtleben Frankfurt
 gibt es bei www.dark-pictures.org

Coppelius

Geschichten aus dem Altersruhesitz der Geheimen Coppelianischen Straßenbaugesellschaft

"POCH" "POCH"
Wer da an der Tür? Was führt Sie zu mir? Wie? Sie wollen sich aufmachen, selbst die coppelianische Welt zu erkunden und sind dabei auf diese Adresse gestoßen? Verzeihen Sie, ich höre recht schwer, zu viele Konzerte, wissen Sie … ja, da sind Sie im Altersruhesitz der ehemals geheimen, coppelianischen Straßenbaugesellschaft genau richtig! Aber treten Sie doch ein! 

CASTILLE - …wo bleibt er denn nur? Immer dieser unauffindbare Diener - nicht genug, dass ich genötigt war, die Tür selbst zu öffnen, jetzt soll ich mich wohl auch noch um Hut und Mantel kümmern?!? - Ah, Froilein Lina, die gute Seele, wären Sie so freundlich – danke. Fräulein von der Kauernburg, Sie müssen dringend ein ernstes Gespräch mit Ihrem Butler führen! Castille wird immer eigensinniger, in letzter Zeit „vergisst“ er sogar schon sein Hörgerät anzulegen. Nichts für ungut, werther Besucher, hätte ich gewusst das Sie es sind, wäre ich mit Freuden selbst zur Tür gegangen.

- Ich schlage vor wir gehen in den Salon. Bei diesem grauenhaften Wetter bringt Ihnen Froilein Lina erst einmal eine Tasse Tee und einen Absinth, dazu ein Stück Kuchen?

Sie haben also Interesse an der straßenbaulichen Vergangenheit, soso - nun, wenn Sie die coppelianische Welt bereisen wollen, sollte ich Ihnen vermutlich zunächst einmal von deren Begründern, von den Herrschaften von Coppelius erzählen. Wie es dazu kam. Sie sind für all diesen Mumpitz nämlich verantwortlich. Sozusagen.

Da wären


Dieser Herr war so freundlich, uns einmal hier im Altersruhesitz zu besuchen. Seine Backrezepte, die er dem Personal hier gelassen hat, haben es in sich! In unserem Garten steht ein Baum, der immer noch schwarz ist, weil Coppellas Spezialdünger explodiert ist. Wir waren alle sehr erstaunt, wie flink doch Herr Coppella nach wie vor ist, trotz seines hohen Alters. Er ist seinem Hobby, der chemischen Experimentiererei, immer treu geblieben und hat unglaubliche Reflexe entwickelt, wenn es darum geht, in Deckung zu gehen. Unglücklicherweise fehlt Castille diese Fähigkeit und seit dem Vorfall im Garten hört er nicht mehr so gut.


Monsieur Le Comte Caspar ist ja der Ehrenkapitän der Blubber Brigade. Als er seinen Besuch angekündigt hat, hat das Personal überall im Garten automatische Blubberblasenmaschinen verteilt. Man sah das Gebäude kaum noch, so viele Blubberblasen waren das. Es hat dann auch entsprechend lange gedauert, bis wir unseren Gast im Garten gefunden haben, die Sicht war außerordentlich schlecht. Es scheint ihn aber nicht weiter gestört zu haben, fasziniert lief er durch unseren Anlagen und trug die Blubberblasen auf seinem Gehstock spazieren.


Wie Herr Nobusama zu uns kam, ist uns ein Rätsel – der altdeutschen Sprache nicht besonders mächtig und wegen seines Alters an Gedächtnisschwund leidend, irrte er erst zweieinhalb Jahre durch die Gegend, bevor er letztendlich unser Haus fand. Währenddessen hatte unser Dienstpersonal schon zweimal gewechselt und der Termin war in Vergessenheit geraten. Sie können sich sicher vorstellen, wie man reagiert, wenn ein Samurai mit zwei Trommelstöcken vor einem aus dem Busch springt und Sie fragt, wo es hier - bei Androhung des Verlusts von Leib und Leben - zum Straßen-Sushihaus ginge.


Anlässlich unseres 50sten Geburtstages der Straßenbaugesellschaft kam dann auch der Graf Lindorf zu Besuch. Mit einem Vierspänner kam er vorgefahren und brachte gleich mehrere Kisten Wein mit.
Leider kann ich von diesem denkwürdigen Abend nicht viel berichten, zum einen weil wir dann die coppelianischen Advokaten im Haus hätten und zum anderen weil ich meinem Erinnerungsvermögen nicht recht trauen möchte, wenn Sie verstehen.


Seit Herr Coppella auf dem coppelianischen Herrensitz das Backen übernommen hat und man leider nie sicher sein kann, welche Nebenwirkungen dieses Gebäck hat oder ob es sich nicht doch um Salzgebäck handelt, kommt Herr Voss regelmäßig auf ein Paar Kekse und eine Tasse Tee vorbei. Ein sehr angenehmer und gern gesehener Gast. Man muss ihn leider nur in den Sommermonaten davon abhalten, im Straßengraben planschen zu gehen, aber er liebt seine Badeblooomers einfach sehr.


Ja, auch der gute Bastille ist unserer Einladung gefolgt, uns doch einmal zu besuchen. Statt mit uns im Garten zu verweilen und die Sonne zu genießen, hat er aber stattdessen das Personal und dessen Arbeit inspiziert, hier und da Tipps gegeben. Die Dienerschaft fühlte sich gemoppt! Und als er sich dann endlich hat überreden lassen, mit uns eine Tasse Tee zu trinken, immerhin war einer seiner seltenen freien Tage, musste er sich über das falsch angeordnete Teegedeck dermaßen aufregen, dass wir ihn mit den besten Wünschen unverzüglich zurück nach Hause schicken mussten.

Time Zeit Button
Time Zeit Button


Nun fragen Sie sich sicherlich, wie es dazu kam, dass sich so unterschiedliche Charaktere wie die Herrschaften zusammengefunden haben, um gemeinsam zu musizieren. Diese Geschichte wurde in der Vergangenheit immer wieder gerne erzählt, bis sich jemand die Mühe gemacht hat sie aufzuschreiben. Lesen Sie hierzu bitte die Historie.

Desweiteren kann ich Ihnen die coppelianische Bibliothek wärmstens empfehlen. In diesem riesigen Herrenhaus ohne des Butlers Hilfe schwer zu finden bietet sie doch allerlei Lesestoff, der mit herrlichen Anekdoten für Kurzweil sorgt.

Also – fühlen Sie sich wie zu Hause, stöbern Sie, forschen Sie nach – vielleicht können Sie ja selbst irgendwann Ihren Teil dazu beitragen und an den Straßen zum Welthenruhm mitbauen. Herzlich willkommen!


                                                                                                                                 ShvdK und Schwarz


Dienstag, 18. Februar 2014

Oktopelius Piratopus terrorisiert Ostsee.

Die Handelsschifffahrt ist verzweifelt. Ein riesiger Oktopelius Gattung Piratopus treibt sein Unwesen in der Ostsee. Die ersten Anzeichen eines bevorstehenden Angriffs manifestieren sich in Form von Seifenblasen. Daher wird kurzerhand die Blubber-Brigade ins Leben gerufen, die fortan den Seifenblasen hinterher jagt in der Hoffnung das Ungeheuer zu sichten und zu erledigen. Der Ehrenkapitän der Blubber-Brigade, Le Comte Caspar, scheiterte anfangs noch an dem Versuch ein passendes Fortbewegungsmittel für seine Brigade zu besorgen (Das OK berichtete). Doch schließlich ist es ihm gelungen ein passendes Luftschiff zu organisieren und einen Stützpunkt in Danzig zu eröffnen.

Nun stellt sich die Frage wie man diesem Ungeheuer beikommen soll. Da es eine Vorliebe für Geld zu haben scheint startet Monsieur Le Comte einen sowohl tollkühnen als auch kostspieligen Plan: Er belädt das Luftschiff mit Geld, dass er bei einer Sichtung des Ungeheuers abwerfen will. Der Plan sieht vor das der Oktopelius dem Luftschiff folgen wird und man es so in eine Falle locken kann.

Ob dieser Plan erfolgreich sein wird bleibt abzuwarten. Die Blubber Brigade steht bereit.
                                                                                                                                            C.Regenschein


Oktopelius Piratopus

Falls Sie einem Oktopelius Piratopus begegnen sollten hilft nur eins: Blubbern Sie Blubberblasen was das Zeug hält, das finden sie sympatisch.


Montag, 17. Februar 2014

Interview mit Le Comte Caspar

Wer die Coppelianische Wintergeschichte gelesen hat der weiß, dass eine Verabredung mit dem Comte selten langweilig ist. Wie es allerdings dazu kam, und was Le Comte Caspar von Steampunk hält lesen Sie beim Interview mit der Teegesellschaft.

Coppelicat Caspar

Konzertreisen

Coppelius Konzertreisen


Alle Veranstaltungen von Coppelius im Überblick gibt es hier auf Facebook 
oder auf der Homepage der Herren: 

Und hier die weiteren Termine als Facebook Veranstaltung:




Coppelius Hilft





MumpitzTV - Folge 4 - Nachtleben Frankfurt

Und weiter geht's mit einer neuen Folge MumpitzTV:


Diesmal waren wir in Frankfurt. 

Mittwoch, 5. Februar 2014

Der Frühjahrskonzertreise erster Teil:




Coppelius


Knust Hamburg - Donnerstag, 27. März 2014:

Matrix Bochum - Freitag, 28. März 2014:

Moritzbastei Leipzig - Samstag, 29. März 2014:

Nachdem es zum Jahresende etwas akustoider klang, soll es nun im neuen Jahr mit neuem Schwung wieder etwas härter zur Sache gehen. Die Herren Coppelius hoffen, damit dem geneigten Auditorium eine Freude und blutende Ohren zu bescheren.

Dürfen in keinem coppelianischen Kleiderschrank fehlen:

T-Shirt "Ruhe Bitte" 


Wir alle warten sehnsüchtig auf den Beginn der Frühjahrstour.  
Doch sie wird wieder kommen, die Zeit an der es erneut heißt:
"Ruhe Bitte"

Shirt "Ruhe Bitte"
Shirt "Ruhe Bitte"
 "Applaus"

Shirt "Ruhe Bitte"
Shirt "Ruhe Bitte" Back

 Selbstverständlich auch für die Herren:

Shirt "Ruhe Bitte"
Shirt "Ruhe Bitte" Herren Back

Shirt "Ruhe Bitte"
Shirt "Ruhe Bitte" Herren


Besuchen Sie den Krämerladen! Sie wollen diese netten Damen doch nicht warten lassen?