1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Montag, 1. Mai 2017

Coppelikalypse - Weltuntergang

Ein Augenzeuge berichtet:


Ich bin hier im "Excalibur" in Witten, soweit ich das sehen kann. Ich bin mir nicht sicher was geschehen ist, aber hier ist alles völlig verstrahlt! Ich meine, sehen Sie sich das an:


Das hier muss eine Art skurrile Feier sein. Im Programm wurde eine Lesung aus einem Buch engekündigt. Klingt erstmal harmlos. Doch es war nicht etwa der Autor, der da auf der Bühne stand.
Hier liest der Protagonist selbst!


Dann gibt es hier mutierte Pflanzen, die nicht nur gehen können, sie machen sogar Musik!
Sie haben uns erklärt, dass der Mensch nicht mehr die dominante Spezies auf diesem Planten sei. Was meinen Sie damit?! 


Gut, wenn ich mir die Menschen hier so ansehe, die sehen alle ziemlich verstrahlt aus, soviel ist mal sicher. Aber das scheint sie nicht im Geringsten zu stören. Im Gegenteil!



So etwas verstehen diese Leute scheinbar unter "Dekoration":



Mir ist es sogar gelungen ein offenbar mutiertes Wesen zu dokumentieren. Schwer zu sagen ob es männlich oder weiblich ist. 


Am späten Abend hatte die Endzeit - Band Kyoll noch einen Auftritt. Ja, Sie lesen richtig, es gibt auch in der Endzeit noch Bands. Die singen über Bunkerpartys und Uran. Die Zuschauer feierten deren Auftritt mit wildem Herumgehopse und ausschweifenden Tänzen und wollten die Musiker am liebsten gar nicht mehr von der Bühne lassen. Auch die Bunkerratten waren völlig aus dem Häuschen. 


Wer hätte vermutet, dass die Welt ohne Coppelius völlig im Chaos versinkt? Leider sind die Herren auf unabsehbare Zeit verschwunden. Halten Sie durch, genießen Sie die Endzeit und wer weiß, vielleicht feiern wir ja irgendwann eine Wiederauferstehung. 
Bis dahin sei Ihnen nur versichert: Mumpitz never dies!





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