1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Montag, 16. November 2015

Tumultartige Zustände auf den Rängen - Bericht zur Premiere von "Klein Zaches, genannt Zinnober", der weltersten Steampunk-Oper

Was für ein Ereignis! Die welterste Steampunk-Oper feiert Premiere!

Immernoch können wir nicht begreifen, was wir alles an diesem Wochenende gesehen und erlebt haben - die Premiere der Auffürung von "Klein Zaches, genannt Zinnober" fand am Samstag abend im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen statt.

Die Fans der Kapelle hatten sich zu diesem Anlass selbstverständlich nicht lange bitten lassen und waren zahlreich und natürlich in stilechter Garderobe erschienen. Die wochenlange Vorfreude gipfelte hier in gespannter Erwartung, und die Zeit vor Beginn der Vorstellung vertrieb man sich gerne in der von der Geheimen coppelianischen Straßenbaugesellschaft eigens für diese Oper ins Leben gerufene Ausstellung:





Hier konnte sich der Besucher über das Thema Steampunk im Allgemeinen einen Überblick verschaffen. Clara Lina Wirz führte das Publikum mit einem kleinen Vortrag durch die Ausstellung, um so das Verständnis für dieses Thema zu erleichtern, mit dem sich auch die Aufführung beschäftigt. Zahlreiche Schaukästen mit  Exponaten und Tafeln behandeln die Themen: 


Hier einige Impressionen aus dem Foyer und zur Ausstellung:





Erste Beruhigungswässerchen mussten hier bereits ausgegeben werden, doch ehe man sich versah, rief bereits ein dezentes Läuten die Menschen zu ihren Plätzen - die Vorstellung beginnt!

E.T.A. Hoffmann (bzw. auch Klein Zaches), gespielt von einem wahrhaft beeindruckenden Rüdiger Frank, setzt die Her(t)z-Maschinerie in Gang und entführt den Zuschauer damit in die Geschichte, die in einem kleinen Dorfe spielt und sich um Aufklärung, Liebelei und Magie dreht. Die Herren von Coppelius spielen hier mehrere, wechselnde Charaktere, jeder einzigartig in seiner Darstellung, ihre Musik verschmilzt mit Operngesang und neuinterpretierter Geschichte - innerhalb weniger Augenblicke ist man gebannt vom Geschehen auf der Bühne. Die herrlichen Kostüme, die Bühnentechnik, die schauspielerische Leistung der Band, das Orchester, man ist bezaubert und berührt gleichermaßen, mitgerissen und gänzlichst entrückt!



Über zwei Stunden lang halten Coppelius, die Schauspieler und das Orchester durch eine absolut gelungene Umsetzung von "Klein Zaches" die Zuschauer in ihrem Bann, man konnte nicht anders, als auch zwischenhinein seiner Begeisterung durch Klatschen und auch Hinausrufen von "Bravo" und "Wuuuhuu" Ausdruck zu verleihen - manch alteingesessener Opernbesucher wurde von diesem Sturm an fanatischer Begeisterung fast vom Sessel geworfen; es gab tumultartige Zustände auf den Rängen - Solches hatte auch laut Hauptdarsteller und Regisseur diese Oper noch nicht erlebt!


Die Fans von Coppelius sind es ja gewohnt, dass es auf der Bühne heiß her geht, wenn Coppelius aufspielt, aber DAS sind Dimensionen; das Wort "Großartig" schafft es einfach nicht, die Gefühle in Worte zu fassen. Die kurze Pause im Stück half ein wenig, das bisher Gesehene zu verarbeiten, bevor es weiterging. Wundervolle Balladen, mitreißende Songs, Slapstick-Einlagen, die fast 10 Minütige Standing-Ovation und die anschließenden "Da Capo" - Rufe der Zuschauer sprachen Bände. Alle Beteiligten wirkten sehr, wirklich sehr glücklich über diesen Erfolg, der zu 100% verdient ist - bereits jetzt schon laufen die Planungen für einen weiteren Opernbesuch. Wer hier noch nicht vollends coppelianischer Fantatiker gewesen war, ist durch diesen Tag dazu geworden.


Vom Stück bzw. der Aufführung an sich soll hier nicht zuviel verraten werden, leider sind außer den offiziellen Bildern auch keine Aufnahmen erlaubt - nur so viel, dass es sich lohnt, es zu besuchen, für Coppelius-Fans, für Leute, die sich gerne auf Neues einlassen wollen, für Hoffmann- und auch Musical-Liebhaber.

Hier die Meinungen von einigen Fanatikern:

"Ich persönlich war seit Ewigkeiten nicht mehr im Theater und noch nie in einer Oper; mit so etwas hatte ich bei dieser Aufführung nicht gerechnet. Mein Fazit: diese Oper ist absolut sehenswert! Ich habe fest vor noch eine weitere Vorstellung zu besuchen, denn dieses Stück ist abwechslungsreich, lustig, mitreißend, technisch meiner Meinung nach auf sehr hohem Niveau durch zahlreiche bewegliche Bühnenelemente,... Man hat nicht oft die Gelegenheit Coppelius mit Orchester genießen zu können, was Fans sicher zu schätzen wissen. Großes Lob auch an Rüdiger Frank und Ulrike Schwab."

"Absolut gelungene Umsetzung und fantastische Besetzung, das muss man gesehen haben!"

"Wann ist die nächste Vorstellung?!"

Coppelius boten an einem außenstehenden Marketenderstand natürlich erweiterndes Material aus ihrem Repertoire für alle, die sich interessierten. Neben den Musikalben und Bekleidungswaren gab es hier auch ein Novum zu erwerben, und zwar den ersten offiziellen coppelianischen Kalender für das Jahr 2016, der guten Anklang fand. In einem Gästebuch könnten die Opernbesucher einen schriftlichen Gruß hinterlassen und auch das neue Olimpianische Käseblatt mitnehmen, das dort auslag.



Natürlich wurde nach der Aufführung noch gefeiert; in einer Ansprache wurden alle Beteiligten gewürdigt, die sich an diesem Abend Ruhm und Ehre erworben hatten. Schauspieler und Kapelle standen noch im Foyer für Autogramme und auch Glückwünsche zur Verfügung.

 


Bis spät in die Nacht wurde natürlich noch entsprechend gefeiert - um 6 Uhr morgens, nach einem Kampf mit Sturm und Regen gelangten die letzten Fanatiker zurück zu den Schlafstätten, auch wenn man lange keinen Schlaf finden konnte, zu sehr war man mitgerissen, zu sehr aufgewühlt, zu viele Bilder drängten sich einem immer wieder in den Kopf.

Die Planungen für einen nächsten Besuch des Musiktheaters laufen bereits jetzt an - uns packt die Gier, wir wollen noch mehr, noch mehr, noch mal! Dieses ist nur ein erster Eindruck, weitere Berichte werden folgen, es bleibt nur so viel zu sagen - meine Herrschaften, es war uns ein Fest, und wir kommen wieder.


Vielen Dank an unsere straßenbaulichen Fotografen, die uns mit zahlreichen Fotos unterstützen!
Bilder Musiktheater von Pedro Malinowski.
Eine sehr schöne Bildergalerie finden Sie auch bei "Ruffles & Steam".
Vielen Dank auch an Pedro Malinowsk, von Ihm sind die Bilder der Oper. 

Es schrieben voller Begeisterung: Carolin Glaser und Marion Eisenblätter.


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