1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Dienstag, 2. Juli 2013

Festivalbericht Blackfield 2013



Heiho ihr üblichen Verdächtigen!

Heidewitzka, war das alles mal wieder exorbitanter Einsatz! *gg - will sagen - was für ein schönes Festival, meine Güte!! Doch nicht zu viel Vorgeplänkel, kommen wir zu den Ereignissen.

Freitag: In der Frühe wurde eine neue Version des "Coppelianischen Kochstudios" abgedreht! Diesmal: "Pizza-Dinger" - hierauf können Sie sich schon einmal freuen; Froilein Lina und Castille lassen herzlichst grüßen. Anschließend: staufreie Fahrt zum Festivalgelände, wo - bis auf das Wetter - alles äußerst reibungslos ablief; die Mittäter hatten sich schnell gefunden und die coppelianische Zeltburg war ziemlich fix aufgebaut, die sich noch als äußerst sturmfest erweisen sollte. Der Zeltplatz war übrigens, so schien es, ein Außenposten von Mordor - faustgroße Steine und später auch Sumpflandschaft, gottseidank auch ein paar Fleckerl Wiese. Und: ein massiver Kohleturm im Hintergrund (Foto). Und Regen. Regen in allen Formen. Regen - und wieder Regen ... hach ja. Und: man hörte, dass Coppelius sich schon einspielten - wohl mit "Rightful King" - horridoh!


Unter dem Bühnenzelt, unter dem wir uns kurz darauf befanden, war jedoch alles trocken. Um 17.30 Uhr waren noch nicht allzu viele Leute da, das heißt, man konnte sich - dank des Regens und der weiteren Umstände in leicht derangiertem Zustand - links postieren. Allgemein für die Leute, die noch nicht dort waren - ein halbrundes Steintheater mit wirklich guten Sichtmöglichkeiten für alle und einer riesigen Bühne am Fluss, auf dem ständig kleine/große Boote/Schiffe hin und her fuhren - sagenhafte Akustik, bombige Atmosphäre für das ganze Wochenende, muss man wirklich sagen. Und dann: Seifenblasenpistole gezückt und los geht's!

Leider nur eine halbe Stunde, aber was soll es - Spaß hatten wir trotzdem, wie immer! Rightful King wurde seltsamerweise nicht gespielt, aber eine kleine Auswahl von Stücken aus dem neuen Album, unter anderem Locked Out (juhu!), Reichtum, Welt im Wahn. Risiko war auch dabei - das ist das Schöne an diesen Konzerten, man weiß nie, was jetzt kommt. Das Publikum wuchs während des Konzerts an - die Leute waren begeistert, das zeigten die vielen "Zugabe-Rufe" (natürlich weiß fast niemand, dass man hier "Da Capo" zu rufen hat). Gut also auch für die Bekanntmachung der Band an sich! Leider vom Zeitpunkt her natürlich viel zu früh. Aber es war trotzdem schön - interessant auch der sommerliche Haarschnitt von Le Comte Caspar, der unter die Irokesen gegangen zu sein scheint. Und: natürlich Seifenblasen ohne Ende - was für ein schöner Konzertabschluss - Le Comte absolut eingeblubbert. Bastille konnte beim besten Willen seine Haarschleife nicht abschütteln. *g Akustisch war alles einwandfrei; insgesamt schien es natürlich hinten weitaus besser zu sein als vorne, wie ich dann bei anderen Bands feststellte, aber man verstand alles und niemand vergaß seinen Text. Da Capo! Eine hübsches Konzerthäppchen, die sicherlich bei mehr Leuten Begeisterung hervorrief.

Im Anschluss - was für eine lustige Autogrammstunde! Eher wenig Leute - natürlich musste man dies ausnutzen, um sich zwei oder sogar drei mal anzustellen bzw. zum Missfallen/der Überraschung der Security unter der Absperrung hindurchzukrabbeln und sich mit allen möglichen Bandmitgliedern in allen möglichen Posen fotografieren zu lassen. Leicht coppelianisches Chaos, verziert auch mit leckerem Kuchen und Gebäck aus der Fangemeinde. Herr Voss plauderte angeregt über seine bademodischen Gewohnheiten - sehr interessant! Le Comte freute sich äußerst über die Ernennung zum "Ehren-Kapitän der Blubber-Brigade" und wies die Offiziere sogleich an, fortan auf sein Zeichen schillernden Mumpitz zu verbreiten. Bastille und Graf Lindorf gaben sich haarigen Leidenschaften hin und trieben allen möglichen Unsinn bei der Fotografiererei - man schaffte es einfach nicht, sich nach dem Ernst der Situation entsprechend gesittet zu verhalten - Mumpitz in jeglicher Form, bis die Security einen schließlich doch fast schon wutentbrannt hinauskehrte ... man könnte ja immer so weitermachen *grins - aber eine Stunde war leider schnell vorbei. Aber schööööööön war es!! Herzlichen Dank auch an Max Coppella für das goldige Autogramm auf meinem Unterarm. Und - ich habe jetzt einen Voss-Punkt!! Und ein autogrammiertes Quietsche-Entchen *schmelz Fotos vom Konzert und von der Autogrammstunde gibt es sicherlich bei der offiziellen Seite des Festivals.


Die nachfolgenden Bands an diesem Tag wollte keiner mehr so richtig sehen; es folgte eine exorbitante Party auf dem Zeltplatz. Natürlich mit Grill-Anschmeißerei und allem drum und dran, sogar Smiley-Ballons und Blumengirlanden ... hach, war DAS schön! Ein süffig würdiges Festelein ... leider mit viel Regen, aber dank Pavillon alles kein Problem. Die Nacht war auch regnerisch - und siehe da, am nächsten Morgen hatte sich der Zeltplatz auch noch in einen kleinen Sumpf gewandelt. Wie schön für das Entchen, aber nicht so für uns.



Allerdings sollte die nächsten zwei Tage die Sonne komplett durchscheinen, daher trocknete alles Nassgewesene noch gut aus. Wir ließen die Tage noch gemütlich auf dem Festival mit Dauertanz und Abrockerei zu Ende gehen - für alle, die noch genau hinsahen, gab es sogar Glühwürmchen zu entdecken. Eines coppelianischen Zeltlagers angemessen. Aufgeräumt war schnell, nach Hause fahren dauerte etwas länger; man war auch entsprechend fertig und manche Leute schrien nach einer anständigen Dusche. Insgesamt aber - was für eine tolle Party, vier Tage lang!! Von den Bands her eine wirklich sehr gute Mischung, da war für jeden etwas dabei; Herzband ist und bleibt natürlich Coppelius. Organisationstechnisch gab es auf dem Zeltplatz ein paar Mängel, aber wir alle leben noch und können Kunde von dieser exorbitanten Expedition geben!

Ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste Mal, und wünsche allen, die wahrscheinlich zum Mera Luna antreten werden, jetzt schon viel, viel Spaß - des Mumpitzlagers zweiter Teil wartet auf euch!!

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