1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Freitag, 3. Januar 2014

Liebe Fanatikergemeinde

Hier wieder ein paar Worte zum miterlebten Jahresabschluss der coppelianischen Konzertreise! Wunderbar(t), kann man da nur sagen, aber lesen Sie selbst.

Natürlich wurde vor der Abreise nach Annaberg schon allerlei Mumpitz getrieben, Plätzchen gebacken und noch ein mal Hähnchen in Form von Hähnchenflügeln verzehrt, davon können Sie ausgehen. Die Kaiserslauterer Fanatiker-Fraktion, die schon zuvor ein Konzert besucht hatte, war am 28.12.2013 in Bayreuth eingefallen, und erhoffte sich Obdach und Speisung, die auch gewährt wurde. Zum ersten Mal dabei: die Fanatiker-Delegierten Olya aus Russland und später Karen aus Belgien, wir begrüßen diese internationale Zusammenarbeit mit Stolz und hoffen, dass wir diese Kontakte weiterhin ausbauen können!

Annaberg - Brauerei

Anreise nach Annaberg – problemlos – man kam im Finsteren an und auf einer Tischtennisplatte wurde sofort der Glühweinstand mit Lebkuchen ausgebreitet. Gasttrinker waren ebenfalls herzlich willkommen, und ließen sich auch nicht lange bitten – der große Voss-Keks verschwand auf seltsame Weise aus der Dose … sind Kekse da, ist Herr Voss nicht weit, und auch der Professor, sollte man meinen! Vielen Dank an alle, die etwas mitgebracht haben. Es war sehr stimmungsvoll!


Schließlich marschierte die Dienerschaft im Konzertsaal ein, die Teppichklopfer mit passenden Statements bestückt, das neueste Käseblatt im Gepäck und voller Erwartung. Das Konzert: Waaaahaha wie schön, die Jungens mal wieder so gut dabei zu erleben! Die Akustikeinspielungen machen wirklich einiges her. In Erinnerung geblieben sind mir dieses Mal „I’d change everything“ und auch „Mitten ins Herz“, das sehr mitreißend vorgetragen wurde – gut gemacht! Insgesamt hatte sich an der Setlist nichts geändert – das Publikum war guter Dinge und machte entsprechend mit. Mir hat es gefallen, ich empfand es als sehr beschwingt und absolut sehenswert, auch die Getränkeversorgung war wieder überaus ausreichend, die Preise wie immer leistbar, der Abend war turalu!!

Die anschließende Übergabe des Käseblatts ging auch glatt „über das Parkett“ sozusagen, sowohl Sissy Voss als auch Le Comte Caspar freuten sich über die neue Ausgabe und schmökerten gleich ausgiebig im Geschriebenen. Die neue Ausgabe ist ab sofort auch am Merch bei der Band erhältlich, wer möchte, kann dafür eine kleine Spende in der beistehenden Spendenbox hinterlassen.


Übernachtet wurde im nebenstehenden Häuschen der Brauerei besser als gedacht – nur die Matratzen waren Uboot, aber … da wir ja alle einmal Kapitän sein wollen, was soll’s. Sehr preiswert mit Frühstück – das mehr als ausreichend war – Daumen hoch!



Frankfurt - Nachtleben

Die Fahrt: Lange, aber nicht zu lange. Die Unterbringung: Sehr gut im Hostel. Verpflegung: Hähnchen am Erfurter Hauptbahnhof.

Und schon ging es weiter aufs teure Frankfurter Pflaster bzw. ins Nachtleben – die Schlange der Leute ging schon bis auf die Straße hinaus, großer Andrang also in die kleinen, engen unterirdisch gelegenen Räume. Stimmung: famos, heiß und luftmangelig – aber, wen stört das schon!


Konzert: Mir fällt es schwer, es zu sagen – aber die Vorbands waren einfach zum Schießen, da ging die eigentliche Hauptgruppe ja direkt etwas unter! Johnny und „The Butcher“ nebst „Poopyface Tomatonose“ und einem seltsamen Kerl ohne Hose und Papiertüte auf dem Kopf sowie einer Art Zeitungsjungen am Klavier – der aber sehr überzeugend den Emperors March wieder geben konnte – selten habe ich so gelacht! … Tomatonoses Hymne „Röslein auf der Heide“ ging einem direkt in Fleisch und Blut über und übersprang ungeahnte Tonhöhen – grandios, kurios, niveaulos – superb!! Wer diese Gruppierungen jemals sehen kann – das Billet lohnt sich schon allein deswegen, erwerben Sie unbedingt eins!

Was mir bei der Kappelle Coppelius an diesem Abend gut gefiel: die Stimmung war auf eine seltsame Art anheimelnd, etwas silenter als am Vortag, fand ich. Zu dieser etwas ruhigeren Stimmung trugen natürlich wieder die akustischen Stücke bei … meine Güte – Black is the colour … wunderschön, ich musste mir Mühe geben, nicht noch Tränen zu vergießen, was bei mir eher selten passiert. Unvergesslich. Sehr ansprechend finde ich auch die Samba-Einlagen als Zwischenspiel, da swingt man mit, sehr schön *g – das bringt Stimmung rein! Zudem wurde noch Absinth herumgereicht – was ein Gebräu, man spürte förmlich, wie es sich einem wie Säure in Herz und Magen fraß und von dort einen Hitzefeldzug startete … kombiniert mit der Musik und dem Rhythmus ein Schuss voll prickelndem Leben, dafür ist man, dafür macht man, juchee, das Feuer des Lebens!! … mein persönlicher Favorit kam unverhofft als Zugabe noch am Ende, lange hatte ich ihn vermisst, „Habgier“ – so energetisch habe ich es lange nicht erlebt, vielen Dank, hat mich überaus gefreut und das auch entsprechend gezeigt, denke ich. Platz hatte man eher wenig, aber unter Vertrauten kann man sich ja fallen lassen.

Was für ein schönes Konzertwochenende!

Kurz darauf folgte die Übergabe des Kalenders – man kann nur sagen, manch einer der Coppelianer lag fast am Boden vor Lachen … kam gut an, alle freuten sich sehr und haben sich auch aufs Herzlichste bedankt. Somit ist wieder ein Jahr voller Mumpitz im Voraus herbeigeführt - die anschließende Silvesterfeierei verlief ebenso in bestem Un-Sinn, welch ein knalliger, bunter Jahresabschluss, was für eine Freude für das neue Jahr! Ich spreche sicher für einige, wenn ich sage – Mumpitz on, 2014 wird famooos!




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