1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Montag, 14. April 2014

Konzertbericht, Stuttgart 5.4.2014 Club Zentral

Logbuch der LS Belleblas, 5.4.2014

Eintrag des Ersten Offiziers der Blubber Brigade Sheris von der Kauernburg

Nach einem mehrtägigen Aufenthalt und Spätzle-Wettessen im Trockendock Ditzingen ging die Crew der LS Belleblas aufgrund eines dringenden Aufrufs von Kapitän Le Comte Caspar, der sich zu diesem Zeitpunkt nicht an Bord, sondern auf einer konzertanten Manöverreise mit der Kappelle Coppelius befand, am Lufthafen Stuttgart an Land. Zunächst mussten örtliche Verkehrsmittel in Anspruch genommen werden, um den verabredeten Treffpunkt zu erreichen, was ungewohnt für die Luftschiffbesatzung war, aber die Moral war gut, die Einsatzfreude an gelegentlichen Seifenblasenflügen bereits abzulesen.

Blubber Brigade

Nach einem kurzen Fußmarsch kam die Crew schließlich am verabredeten Treffpunkt, einer Spelunke namens Club Zentral, an, froh darüber, endlich der mitgeführten Waldmeisterplörre frönen bzw. die Blubberpistolen inspizieren zu können. Frische Seifenflüssigkeit wurde zur Freude aller vom neuen Rekrut Michel literweise herbeigebracht und der ebenso herbeigeschmuggelte Kartoffelsalat noch einmal inspiziert und vom Schiffskoch abgeschmeckt. Eine kurze Inspektion der Besatzungsmitglieder auf gut sitzende Schärpen und geölte Pistolen wurde durchgeführt; Ergebnis: die Mannschaft samt Blubberwerkzeug war hochmotiviert.

Coppelius Hilft


Schließlich öffneten sich die Tore der Lokation; die Crew enterte sofort erfolgreich den Vorraum sowie die Ausschanktheke und verteilte sich strategisch im angeschlossenen, noch dunklen Konzertraum, um eine möglichst hohe Blubbereffizienz zu erreichen. Coppeliuswütige Landratten füllten den leeren Raum zusehends; man traf erneut auf weitere Blubberfreiwillige, die sogar schon eigene Pistolen und Munition am Mann trugen, äußerst vorbildlich, wie der Erste Offizier hier bemerken muss. Voller Jubel wurde auch schließlich die schon genannte Kapelle Coppelius begrüßt, die den Abend mit Musik und Mumpitz füllen sollte.

Steffis Fotowelten - Coppelius

Wie verabredet erschien auch Kapitän Le Comte Caspar auf dem Plan, zwar mit verbeultem Hut und gebrochener Zehe, aber ansonsten unversehrt und seifenblasenwild. Auf sein geheimes Zeichen hin enthüllte Zeugmeisterin Ayra Leona die bisherige Außenbord-Geheimwaffe der Blubberbrigade, die neuartige Seifenblasenkanone „Long Bob“ mit zehnfacher Automatik-Blubberfunktion, die den Saal in nullkommanichts in ein buntes Meer aus Seifenblasen verwandelte. Die Flankenabteilungen der Brigade sicherten die Verseifung der seitlichen Saalteile, so dass eine vollständige Beblubberung erreicht wurde. Der Kartoffelsalat wurde erfolgreich unter den Landratten verteilt; die Reste wurden von Kapellenmitglied Sissy Voss noch teilweise während des Konzertes begierig verzehrt.

Blubber Brigade

Nach dem Abschluss des Konzertes der Kapelle Coppelius wurden die neuen Blubberbegeisterten sogleich, wie üblich, nach einem seifigen Initiationsritus an der eroberten Ausschanktheke betrunken gemacht, dazu genötigt, ein Formular G38 zu auszufüllen und somit erfolgreich in die Crew aufgenommen. Man erwartet ein baldiges, freudiges Wiedersehen. Es folgte ebenso eine Übergabe einer Blubberschärpe an Kapitän Le Comte Caspar, der insgeheim verlauten ließ, dass ein verschlagener Kapitän namens Konfetti-Maxe plane, auf Konzerten ebenfalls papierfetzigen Glitter-Mumpitz zu treiben; wie diese Sache sich entwickle, bleibe aber abzuwarten.

Max Coppella - Coppelius

Der Abschied fiel Kapitän und Besatzung schwer; aber schließlich war Munition und Kartoffelsalat aufgebraucht und man sah sich dazu genötigt, zur LS Belleblas zurückzukehren. Kapitän Le Comte Caspar musste seine coppelianische Manöverreise fortführen und verabschiedete sich unter vielem Winken und platzenden Seifenblasen.

Die Crew befindet sich inzwischen wieder auf dem Luftschiff, um sich zu erholen und sich neuen Blubbermumpitz auszudenken. Wir erwarten mit Freude die nächste, bereits angekündigte Mission: Die Beblubberung des Schlosshofs in Neustadt an der Aisch im August diesen Jahres.


Gez. Erster Offizier
Sheris von der Kauernburg



Danke an Steffis-Fotowelten und Colophonius Regenschein für die Fotos.

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