1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Dienstag, 3. Februar 2015

Das Tonträgerveröffentlichungswochenende - Teil 1

Bericht Berlin Fanatikertreffen / Maskenball am Wochenende vom 30.-31.01.2015


Coppelius rief zur Tonträgerveröffentlichungsfeier anlässlich der beginnenden Verbreitung der neuen Platte „Hertzmaschine“ – und die Fanatikerschaft kam. Ort des Geschehens: Berlin. Aus allen Teilen Deutschland waren sie angereist: Der „Grüne Salon“, eine berühmtberüchtigte Clubkonzert-Adresse in der Hauptstadt, war zum Veranstaltungsort des ersten Abends auserkoren.
Punkt 18:00 Uhr öffneten sich die Tore für die zum Teil bereits für den anschließenden Maskenball gekleideten, erwartungsvollen Fanatiker, die gleich bei Einlass ein kleines coppelianisches Minzdöschen mit Losnummer erhielten – eine sehr feine Willkommensgeste und gleichzeitig ein Teilnahmeschein für eine zu erwartende Tombola am späteren Abend.


Im düsteren, schmalen Saal mit kleiner Bühne verteilten sich die fanatische Anhängerschaft auf die ausladenden Sessel und Chaiselongues oder deckten sich sofort am von Kunigunde van Heller betreuten Merchandisingstand mit den neuesten Autogrammkarten und natürlich dem neuen Tonträger ein, auf den man so lange gewartet hatte – viel gelobt wurden die neue Gestaltung und die bereits bekannten Stücke wie zum Beispiel den „Luftschiffharpunist“, die man zum Teil schon im galvanischen Netz hatte vernehmen können.

Alle Herrschaften gaben sich schließlich die Ehre und mischten sich nach einer herzlichen Begrüßung der Moderatorin Frl. Laura, die manchem bereits vom "Danse Macabre" (Wir berichteten hier) bekannt war und auch dieses Mal durch den Abend führte, unter das Volk, das sich inzwischen auch an einem kleinen Buffet vollkommen anstandslos selbst versorgte. Nach einer kleinen Weile der Akklimatisierung wurde es gemütlich – familiär die Atmosphäre, die Laune erwartungsvoll gespannt, was der Abend bringen würde. Die Herren von Coppelius beantworteten erste Fragen zum Album und nutzten gleich die Gelegenheit, sich bebauchpinseln zu lassen und tonträgerverbindliche Geschichtlein zu erzählen.


Dann schließlich der erste offizielle Programmpunkt: Manche der Herrschaften hatten bereits im Voraus zu Lehrstunden geladen, und die angemeldeten Teilnehmer ließen sich nur zu gerne in Basskunde von Herrn Voss, Klarinettendudel von Max Coppella und Meditation bei Herrn Nobusama unterweisen. Herr Nobusama lehrte nach einer ruhigen Minute seine Mitmeditierer das Falten von Kranichfiguren, die von Herrn Graf Lindorf höchstpersönlich im Anschluss inspiziert und bewertet wurden – die drei bestgeformtesten Kraniche wurden unerwarteterweise mit einem von allen Herrschaften unterzeichneten Trommelfell belohnt. Sonderpreise gab es für besonders nichtkönnerische Variationen.  


Als nächstes folgte eine Spielrunde, nämlich die „Reparatur der Mysteriösen Sternenstaub-Maschine“, präsentiert von der Gruppe der Mumpitz-Maschinisten, die die Fanatiker samt Herrschaften in einem spannenden Frage-und-Antwort-Ratespiel auf die Suche nach verlorenen Maschinenteilen schickten. Im Lauf des Spiels wurde Maschinenöl getrunken, wild um einen Schraubenschlüssel gekämpft, ein Luftschiffpiratengrab ausgehoben, ein Zeppelin erleichtert und eine Dame um ihre Schmuckschatulle gebracht – doch schlussendlich gelang es der Gruppe „Caspars curioses Schraub-Orchester“, die Stechfrage am Ende richtig zu beantworten und die Maschine zu reparieren, die anschließend den ganzen Abend die Fanatikerschaft mit Zuckerwatte versorgte, was großen Anklang fand und auch die Strom-Sicherung mehr als einmal schier zum Ausrasten brachte. Zur Erinnerung gab es für jeden Teilnehmer nebst einer Maschinistenrosette auch eine kleine Urkunde – man hatte die Welt erfolgreich vor Entzuckerung bewahrt!




Anschließend wurde ein kleiner Fanatikerwunsch erfüllt – coppelianisches Karaoke, live und in Farbe auf der Bühne, begleitet von Le Comte Caspar am Klavier. Viele trauten sich nicht, dafür war die
Stimmung auf der Bühne, für die, die es wagten, grandios – Stücke wie „Das Seidenhöslein“ riefen wahre Begeisterungsstürme hervor. Herr Voss ließ verlauten, er habe es sehr interessant gefunden, selbst einmal bei einem Coppelius-Konzert dabei gewesen zu sein, da er das ja sonst nie sei, und jubelte lauthals den Interpreten zu, die sich zwar oft versangen, aber dennoch tapfer die Stellung hielten. Ein abschließendes „Habgier“ wurde laut beklatscht, ob aus Freude darüber, dass das Krakeelen endlich vorbei war, oder über die gelungene Darbietung – darüber streiten sich bisher die Geister.

Eines der kapellendarbieterischen Highlights des Abends war das Improvisationstheater der Coppelianischen Gesellschaft, die mit ihrer Geschichte „Dinner for Five“ bei manchen für extreme Erheiterung sorgte. Ein Tag auf dem coppelianischen Herrensitz sollte dargestellt werden … es gibt keine Worte, die beschreiben könnten, was hier auf der Bühne vor sich ging – bei manchen Dingen fragt man sich, ob man sie wirklich sah oder ob einem der Nudelsalat einen Magenstreich spielte, denn durchweichte Socken, Zehenbierbad, nasse Butler-Hosen, Ohrkrümeltürme und Schuhplattelkeksler gehören bekanntlich in das Reich der Phantasie. Oder? Diese Darbietung spottet jedenfalls jeglicher Beschreibung und der Autor dieser Zeilen kann nur dazu sagen – famos, danke, dass sich die Herrschaften für nichts zu schade sind, man hat wirklich sehr gelacht.



Nach Sockenwechsel war mit einem Vorspielen des neuen Stückes „Konzert“ durch die Kapelle der offizielle Fanatikertreff auch beendet und der Saal musste zur Säuberung für den anschließenden Maskenball geräumt werden. In dieser Pause holte sich die Fanatikerschaft vor der Tür in Eiseskälte einen Schnupfen, um dann wieder eingelassen zu werden – es folgte ein Abend voller interessanter Gestalten, die von Jörg Merlin Noack in einer Fotoecke in Bilder gebannt wurden. Abgerundet wurde das Programm vom Auftritt einer Fächertänzerin, den man leider aus den hinteren Reihen nicht gut sehen konnte, sowie von der bereits erahnten Tombola, bei der das neue Album der Kapelle sowie einige Tshirts als Preise verlost wurden. Frl. Laura fasste die Geschehnisse noch einmal zusammen und bedankte sich neben der Kapelle auch bei Eva Ende für die Organisation.


Der weitere Abend; Masken, wohin man sah. Ferner gab es allerlei Verwechslungen, es gab Gejohle, es gab eine Polonese, es gab Tanz unter der Führung von den Special Guests Dr. Mark Benecke, Alexander Paul Blake von Eden weint im Grab und Chris Harms samt Gared Dirge von Lord of the Lost, und dies alles bis in die frühen Morgenstunden. Auch Cornelia von Talermark soll zu dieser späten Stunde noch gesichtet worden sein, und Gerüchten zufolge suchten Max Coppella und Graf Lindorf sogar selbst die Tanzfläche auf. Walzer bzw. klassisch Tanzbares und auch Stücke des neuen Albums wurden leider nicht gespielt, aber dem sollte am nächsten Tag durch die Fanatikerschaft
Abhilfe geschaffen werden …

Fortsetzung folgt!

Fotos zur Veranstaltung finden sie unter den folgenden Links:

Dark Pictures

Jörg Merlin Noack - Fotografik


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