1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Mittwoch, 19. Februar 2014

Geschichten aus dem Altersruhesitz der Geheimen Coppelianischen Straßenbaugesellschaft

"POCH" "POCH"
Wer da an der Tür? Was führt Sie zu mir? Wie? Sie wollen sich aufmachen, selbst die coppelianische Welt zu erkunden und sind dabei auf diese Adresse gestoßen? Verzeihen Sie, ich höre recht schwer, zu viele Konzerte, wissen Sie … ja, da sind Sie im Altersruhesitz der ehemals geheimen, coppelianischen Straßenbaugesellschaft genau richtig! Aber treten Sie doch ein! 

CASTILLE - …wo bleibt er denn nur? Immer dieser unauffindbare Diener - nicht genug, dass ich genötigt war, die Tür selbst zu öffnen, jetzt soll ich mich wohl auch noch um Hut und Mantel kümmern?!? - Ah, Froilein Lina, die gute Seele, wären Sie so freundlich – danke. Fräulein von der Kauernburg, Sie müssen dringend ein ernstes Gespräch mit Ihrem Butler führen! Castille wird immer eigensinniger, in letzter Zeit „vergisst“ er sogar schon sein Hörgerät anzulegen. Nichts für ungut, werther Besucher, hätte ich gewusst das Sie es sind, wäre ich mit Freuden selbst zur Tür gegangen.

- Ich schlage vor wir gehen in den Salon. Bei diesem grauenhaften Wetter bringt Ihnen Froilein Lina erst einmal eine Tasse Tee und einen Absinth, dazu ein Stück Kuchen?

Sie haben also Interesse an der straßenbaulichen Vergangenheit, soso - nun, wenn Sie die coppelianische Welt bereisen wollen, sollte ich Ihnen vermutlich zunächst einmal von deren Begründern, von den Herrschaften von Coppelius erzählen. Wie es dazu kam. Sie sind für all diesen Mumpitz nämlich verantwortlich. Sozusagen.

Da wären


Dieser Herr war so freundlich, uns einmal hier im Altersruhesitz zu besuchen. Seine Backrezepte, die er dem Personal hier gelassen hat, haben es in sich! In unserem Garten steht ein Baum, der immer noch schwarz ist, weil Coppellas Spezialdünger explodiert ist. Wir waren alle sehr erstaunt, wie flink doch Herr Coppella nach wie vor ist, trotz seines hohen Alters. Er ist seinem Hobby, der chemischen Experimentiererei, immer treu geblieben und hat unglaubliche Reflexe entwickelt, wenn es darum geht, in Deckung zu gehen. Unglücklicherweise fehlt Castille diese Fähigkeit und seit dem Vorfall im Garten hört er nicht mehr so gut.


Monsieur Le Comte Caspar ist ja der Ehrenkapitän der Blubber Brigade. Als er seinen Besuch angekündigt hat, hat das Personal überall im Garten automatische Blubberblasenmaschinen verteilt. Man sah das Gebäude kaum noch, so viele Blubberblasen waren das. Es hat dann auch entsprechend lange gedauert, bis wir unseren Gast im Garten gefunden haben, die Sicht war außerordentlich schlecht. Es scheint ihn aber nicht weiter gestört zu haben, fasziniert lief er durch unseren Anlagen und trug die Blubberblasen auf seinem Gehstock spazieren.


Wie Herr Nobusama zu uns kam, ist uns ein Rätsel – der altdeutschen Sprache nicht besonders mächtig und wegen seines Alters an Gedächtnisschwund leidend, irrte er erst zweieinhalb Jahre durch die Gegend, bevor er letztendlich unser Haus fand. Währenddessen hatte unser Dienstpersonal schon zweimal gewechselt und der Termin war in Vergessenheit geraten. Sie können sich sicher vorstellen, wie man reagiert, wenn ein Samurai mit zwei Trommelstöcken vor einem aus dem Busch springt und Sie fragt, wo es hier - bei Androhung des Verlusts von Leib und Leben - zum Straßen-Sushihaus ginge.


Anlässlich unseres 50sten Geburtstages der Straßenbaugesellschaft kam dann auch der Graf Lindorf zu Besuch. Mit einem Vierspänner kam er vorgefahren und brachte gleich mehrere Kisten Wein mit.
Leider kann ich von diesem denkwürdigen Abend nicht viel berichten, zum einen weil wir dann die coppelianischen Advokaten im Haus hätten und zum anderen weil ich meinem Erinnerungsvermögen nicht recht trauen möchte, wenn Sie verstehen.


Seit Herr Coppella auf dem coppelianischen Herrensitz das Backen übernommen hat und man leider nie sicher sein kann, welche Nebenwirkungen dieses Gebäck hat oder ob es sich nicht doch um Salzgebäck handelt, kommt Herr Voss regelmäßig auf ein Paar Kekse und eine Tasse Tee vorbei. Ein sehr angenehmer und gern gesehener Gast. Man muss ihn leider nur in den Sommermonaten davon abhalten, im Straßengraben planschen zu gehen, aber er liebt seine Badeblooomers einfach sehr.


Ja, auch der gute Bastille ist unserer Einladung gefolgt, uns doch einmal zu besuchen. Statt mit uns im Garten zu verweilen und die Sonne zu genießen, hat er aber stattdessen das Personal und dessen Arbeit inspiziert, hier und da Tipps gegeben. Die Dienerschaft fühlte sich gemoppt! Und als er sich dann endlich hat überreden lassen, mit uns eine Tasse Tee zu trinken, immerhin war einer seiner seltenen freien Tage, musste er sich über das falsch angeordnete Teegedeck dermaßen aufregen, dass wir ihn mit den besten Wünschen unverzüglich zurück nach Hause schicken mussten.

Time Zeit Button
Time Zeit Button


Nun fragen Sie sich sicherlich, wie es dazu kam, dass sich so unterschiedliche Charaktere wie die Herrschaften zusammengefunden haben, um gemeinsam zu musizieren. Diese Geschichte wurde in der Vergangenheit immer wieder gerne erzählt, bis sich jemand die Mühe gemacht hat sie aufzuschreiben. Lesen Sie hierzu bitte die Historie.

Desweiteren kann ich Ihnen die coppelianische Bibliothek wärmstens empfehlen. In diesem riesigen Herrenhaus ohne des Butlers Hilfe schwer zu finden bietet sie doch allerlei Lesestoff, der mit herrlichen Anekdoten für Kurzweil sorgt.

Also – fühlen Sie sich wie zu Hause, stöbern Sie, forschen Sie nach – vielleicht können Sie ja selbst irgendwann Ihren Teil dazu beitragen und an den Straßen zum Welthenruhm mitbauen. Herzlich willkommen!


                                                                                                                                 ShvdK und Schwarz


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