1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Mittwoch, 18. Juni 2014

Fairytale Festival in Osnabrück

Wurde aber auch Zeit, dass die Herrschaften von Coppelius wieder einmal aufspielen! Dieses Mal sollte es also beim Fairytale Festival im Bischofs-Schloss zu Osnabrück soweit sein, dem heutigen Sitz der Pädagogischen Hochschule mit ihren Studenten. Das in warmem Gelb gestrichene, gut gepflegte Gebäude bot genau die richtige Kulisse und angenehmes Ambiente – im großen Innenhof der Anlage waren auf zwei gegenüberliegenden Bühnen an einem Abend verschiedenste Künstler zu bestaunen. Und das Besondere – der Eintritt war umsonst! Da freute sich das Besucherherz.

Fairytale Festival in Osnabrück

Mit etwas Verspätung betraten die Herren von Coppelius die Bühne und knallten einem ohne Zögern erst einmal ein gewaltiges „Killers“ vor den Latz, dass die Bretter knarzten - holla die Waldfee, was für ein Einstieg! Das Publikum wurde sofort mitgerissen. Seltsamerweise befanden sich bei Coppelius im Zuschauerraum deutlich mehr Leute als bei den anderen Kapellen, aber wen wundert das schon?

Weiter ging es mit „Bitten, danken, petitieren“ - es wurden auch manche alte Stücke gespielt, z.B. "Innocent Exile" was so manchen Fan sehr erfreute. Sehr angetan war man auch von der Aufführung von „Rightful King“ – es wurde gejohlt, gehüpft, getobt, so, wie das eben sein muss.

Max Coppella

Die Stimmung war also von Anfang an überragend, viele hatten sich auf die Herrschaften gefreut, die sich ihre angestauten Konzertabstinenz auch abspielten – besonders bei Max Coppella hatte man das Gefühl, er berste vor Energie: Ein Solo nach dem anderen, die Spielbretter knallten, dass einem schon fast schwindelig wurde – einfach umwerfend!
Der persönliche Favorit „Habgier“ riss einen wirklich mit – kraftvoll, sehr gut vorgetragen, so gut, dass manche der Zuschauer in der Begeisterung fast den Boden unter den Füßen verloren.

In Grund und Boden gespielt, bravo!

Max Coppella + Bastille Coppelius


Ein von Bastille aufgeblasener Ball wurde durch die Menge geschubst und fand 
schließlich seinen Weg zurück zur Bühne. Auch der „Advokat“ und „Schöne Augen“ waren im Programm enthalten, ebenso wie „Escapade I“, zu dem natürlich das Publikum entsprechend der brodelnden Stimmung mitging – aber auch ruhigere Stücke wie „Black is the colour“, zu dem der geneigte Zuschauer dazu angehalten wurde, sich doch bitte hinzusetzen, was auch von den meisten befolgt wurde. Unerlaubte Geldverbrennung wurde bei „Reichtum“ zelebriert - dass Monsier Le Comte da noch nicht im Gefängnis sitzt …. aber wir schweigen dazu natürlich.

Natürlich war alles, wie immer, viel zu schnell vorbei – aber man muss sagen, volle Power, richtig gut! Ein gelungener Wiedereinstieg in die Festivalsaison, man freut sich schon auf die nächsten Gelegenheiten!

Comte Caspar Coppelius

Zur Akustik: das Ganze war akzeptabel, es war laut, so muss das sein – bemerkenswert war, dass die untermauernde Bassstimme von Le Comte Caspar gefühlt besser herauskam als sonst, mit den Mikrofonen schien es teils Probleme zu geben, aber sonst war alles bestens. Auch aus den hinteren Reihen war der Klang im Schloss Osnabrück insgesamt gut, die Stimmen zu verstehen, das Publikum begeistert. Teils leichtes Kratzen aus den Lautsprechern tat der Ausgelassenheit keinen Abbruch.

An einem kleinen Verkaufsstand konnte die Fanatikerschaft die Kapelle auch durch den Erwerb von Fanartikeln unterstützen und auch auf einige Mitglieder treffen, die sich natürlich wie immer nach dem Auftritt gerne Zeit für kleine Unterredungen nahmen.

Coppeliuanischer Krämerladen

Leider blieb nicht genug Zeit, um die ausladenden Schlossgärten zu bestaunen – man war als Besucher zu beschäftigt mit Konzerterei und leider auch mit Anstehen an den Getränkeständen; alles war immer gerammelt voll, selbst nach einer Stunde kam man nicht an die Reihe und musste schließlich ohne Getränk aufgeben, da half auch die Pfandkarte nicht weiter. Da das Festival nur durch diese Getränkestände finanziert wurde, kann man verstehen, dass am Eingang Getränke abgenommen wurden, aber die spätere Versorgung an sich war leider für die vielen Leute einfach schlecht.

Insgesamt aber eine gute Sache, und für das Konzert hatte sich der weitere Weg allemal gelohnt! Auf jeden Fall eine Option für die Zukunft, und danke an die Kapelle Coppelius für das schöne Konzert!

ShvdK

Coppelius Hilft

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