1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Dienstag, 26. August 2014

Festivalbericht Schlosshoffestival 2014

Logbuch der LS Belleblas, Höchstadt 23.8.2014

Eintrag des Ersten Offiziers der Blubber Brigade Sheris von der Kauernburg

Unerwartet regenreich war der letzte Landgang der Crew der LS Belleblas in Höchstadt an der Aisch anlässlich des Schlosshof Festivals 2014. Gerüchten zufolge sollten sich dort Piratenpack und Konfettiwerfer unter dem Kommando von Bösehold Konfettimaxe herumtreiben – das sollte aufgrund der Anweisung von Kapitän Le Comte Caspar näher untersucht werden. Ferner war der Rum ausgegangen.


Das Luftschiff dockte bereits am Freitag Abend auf einem dem Festgelände nahe gelegenen Zeltplatz an – der Anker wurde mitten in der Zeltplatzwiese versenkt und diese auch sofort ohne nennenswerten Scharmützel eingenommen. Trotz der manigfaltigen und vor allem lauten Multi-Stereobeschallung gelang es den Mitgliedern der Besatzung, die Zeltbehausungen für dieses Wochenende sturmfest aufzustellen und gegen Mäuse und dort spontan wachsende Krokusse zu verteidigen. Ein erstes BlubberBrigaden-Manöver wurde zur Steigerung der Einsatzmoral durchgeführt. Die erste Nacht verbrachte man noch auf wackeligen Beinen, was allerdings nicht dem fehlenden Rum zuzuschreiben war, sondern der mangelnden Landerfahrung. Die Mannschaft murrte über den Mangel an Rum, konnte aber mit Glühwein aus des Ersten Offiziers Privatbestand besänftigt werden.


Am nächsten Tag wurde das Beiboot zum nächsten Großhändler gesteuert, um die Vorräte auf dem Luftschiff aufzufüllen - zwischen allerlei Planken, Blumen und Schnickschnack fand man einen kleinen grünen Kugelgrillschatz. Dieser wurde natürlich sofort für die Mannschaft okkupiert und entsprechend für spätere Bratereiabsichten eingelagert. Bis jetzt waren noch keine Konfettiwerfer in Sicht gekommen und man vermutete diese hinter den noch geschlossenen Toren des Festivals. Es wurde nach ausgiebigem Frühstück beschlossen, zuerst die Rumfässer wieder zu füllen und dann die Konfetti Kompanie auf dem Festgelände ausfindig zu machen und ordentlich zu beblubbern.


Das Festivalgelände beherbergte einen großen Markt mit einer ganzen Sau am Spieß – sehr zur Freude der essfreudigen Offiziere – und Stände mit allerlei Tand und ausgezeichneten Beerenweinen, die sofort als Rumersatz ihrem Zweck zugeführt wurden. Eine Kapelle namens Trollfaust sorgte für musikalische Unterhaltung. Die Crewmitglieder drangen, jetzt neu gestärkt und in Schildkrötenformation, bis in den besagten Schlosshof vor, ohne auf besagte Konfettisten zu treffen – im Regen wartete man auf nähere Anweisungen von Kapitän Le Comte Caspar, der sich unvermuteterweise auch auf dem Gelände aufzuhalten schien. Die Wartezeit wurde von der Kapelle „Vroudenspil“ mehr als kurzweilig überbrückt – das war Musik ganz nach dem Geschmack der Brigadenbande! Die Moral der Brigadisten wurde hierdurch nochmals enorm gesteigert.


Der Regen ließ auf zauberhafte Weise nach, als schließlich die Kapelle Coppelius samt Kapitän die Bühnenbretter betrat – durch das Schmettern von „Killers“ über den gesamten Festplatz wurde jede auch noch so übel gelaunte Wolke vertrieben.– während des ganzen Auftritts blieben sowohl Brigade als auch Zivilisten von Regen verschont!


Die Stimmung war gut, das Publikum ausgelassen und fröhlich. Auf den „Advokat“ folgten die mitreißenden „Schöne(n) Augen“. Aufgrund der Feuchtigkeit hatte die Kapelle etwas mit technischen Problemen zu kämpfen, wahrscheinlich steckte Konfettimaxe dahinter, der schließlich aufgrund eines Papierschnipsels auf der Stirn als Max Coppella enttarnt wurde – unter gewaltigem Gejohle entfesselte die BlubbeBrigade die große Seifenblasenkanone!


Auch von unbekannten Seifenblasenfreunden kam viel Unterstützung - der Anblick der mit dichten Seifenblasenschwärmen erfüllten Luft war einfach unvergleichlich! (Wir hoffen natürlich auf Fotos des Veranstalters.) Die jetzt entdeckten Konfettisten warfen an einigen Stellen in der Zuschauermenge wild mit Papierschnipseln um sich, um dem Seifenblasensturm entgegenzuwirken, aber schlussendlich konnte die Brigade den Kampf für sich entscheiden – Le Comte zählte offiziell 1:0 für sich. Eine Revanche ist allerdings nicht auszuschließen. Auch später fanden sich noch Zuschauer mit Konfetti in den Haaren, die begeistert von der ereignisreichen Schlacht berichteten.


Max Coppella spielte aber im weiterlaufenden Konzert dennoch seine Soli mit beeindruckender, fast maschineller Präzision, der sichtlich gut gelaunte Graf Lindorf sendete Good Vibrations auf seinem Cello und Le Comte Caspar nahm wie zu erwarten ein Seifenblasenbad in der Menge. Die Zuschauer freuten sich zum Ende des Auftritts hin besonders über Stücke wie die sehr gefühlvoll vorgetragene Klavierversion von „Rightful King“ und ein kraftvoll dröhnendes „Habgier“. Die Zuschauer wogten auch bei „I get used to it“ mit – bessere Konzertuntermalung hätte es nicht geben können. Leider ging der Auftritt trotz eines DaCapos schnell zu Ende.


Anschließend standen die Herrschaften noch für die Zuschauer am von Kunigunde van Heller betreuten Marketenderstand für kleine Gespräche und Autogramme zur Verfügung. Zu erwähnen ist hier eine neue Tragetasche mit coppelianischem Abzeichen, die jetzt neu erworben werden kann.


Und wie es der offensichtlich coppelianisch fanatische Wettergott wollte – zum Auftritt der nächsten Gruppe „Omnia“ setzte der Regen erneut ein und einige Brigaden-Mitglieder beschlossen, sich ob der Nässe auf den Zeltplatz zurückzuziehen. Dort wurde ein Regenschutz aufgebaut und nach und nach trudelten alle Festivalbesucher wieder dort ein, um sich zu einem sehr fröhlichen Abschlussgrillen und einer gemütlichen Runde bis spät in die Nacht zusammenzusetzen. Wie man hörte, lieferten auch die restlichen Kapellen „Alestorm“ und „Saltatio Mortis“ gute Auftritte ab. Die Rumvorräte sind wieder ausreichend gefüllt.


Am Sonntag morgen wurde mit den erbeuteten Fressalien ein Dekadenz-Frühstück durchgeführt: Champagner und Etageren mit Muffins, Grillwaren, Rührei und alle möglichen Köstlichkeiten bedeckten die überladenen Tische … nur mit Mühe gelang es der Crew, die Zelte zusammenzulegen und die Strickleitern zur LS Belleblas emporzuklettern. Der Anker wurde nach einem erfolgreich bestandenen Abenteuer wieder gelichtet, aber neue sind in Sicht. Die Crew grüßt herzlichst die Kapelle Coppelius, vielen Dank, und auch die Organisatoren - es war ein sehr schönes, unvergessliches Festival, das wir gerne wieder besuchen werden!

Vielen Dank für die tollen Fotos an Dark Pictures!

Weitere Festivalfotos gibt es bei http://www.event.fotowut.de/

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