1815. Herrensitz Coppelius.

Alchemisten, Akustiker und Astrologen arbeiten im Auftrag der Herren Coppelius an einem Verfahren, um die akustischen Instrumente Cello, Contrabass und Clarinetti auf unerhörte Lautstärke zu verstärken: Die galvanische Amplifikation! Die Rockgeschichte hat begonnen.

2015. Herrensitz Coppelius. Die Hertzmaschine ist fertiggestellt!

Akustisches Instrumentarium entfaltet sich zu dröhnendem Klanggewitter: Das Cello röhrt, der Bass knarzt, die Klarinetten schneiden sich durch Schlagzeug und Gesang. Gitarristen packen beschämt ihre Verstärker ein. Gaslichtromantiker, Steampunker und Liebhaber von handgemachter Musik - Coppelius sind zurück, lauter denn je!

Jubliläumskonzertfeierlichkeiten zu 200 Jahren galvanischer Amplifikation:

Die Hertzmaschine läuft an, die Herren Coppelius bereisen wieder den Kontinent.

Mit Kraft und Musizierfreude, gänzlich verzichtend auf hinter der Bühne versteckte Grammophone, -ja wirklich, komplett live, ohne Playbacks, ohne Einspieler- dafür mit dem unbändigen Willen, dem hochgeschätzten Auditorium den Vorteil akustischen Instrumentariums vorzuexerzieren. Jedes Konzert von Coppelius ist anders, jedes ist einzigartig, nie weiß man vorher, was geschehen wird. Doch sehen Sie sich vor: Wenn Gehrock und Zylinder fallen, kommt 200 Jahre aufgestaute Hysterie zutage!

Montag, 11. August 2014

Randnotiz

Wir freuen uns sehr, Ihnen heute das kreative Werk eines Mitfanatikers präsentieren zu können. Lesen Sie hier exklusiv von der erstaunlichen Entdeckung des Benjamin B.




Randnotiz:
Meine Person darf voller Stolz eine große Entdeckung präsentieren! Es handelt sich um eine Rarität, geradezu perfekt für Jahrmärkte und dergleichen, doch ich verfolge sicherlich keine kommerziellen Absichten. Allein mir reicht das Glück solcher Bekanntschaft. Bei dem ausschweifenden musikalischen Genuss allerlei Werke der Herren von Coppelius, geschah es meiner Wenigkeit. Kaum war der letzte Klang meiner errungenen Schallplatte verstummt, begann das Stück in meinem Kopfe dermaßen zu springen, dass ich sogleich die zuvor gehörte Melodie zu summen begann. Letztlich erwischte ich mich sogar beim Singen, obgleich meine Stimme eher krächzte, doch die wahre Ekstase zeigte sich, als mir beim Tanzen etwas aus meinem Ohr auf die Schulter viel. Als ich meinen Untermieter erblickte übermannte es mich und aus innigster Brust rief ich aus: „Mein Gott, Walter!“ Jenes skurrile Geschöpft wiegte sich unaufhörlich im Klang meiner errungenen Schallplatte derer von Coppelius und so wie sie es in meinem Schädel getan hatte, setzte sie das Treiben extern munter fort. Kaum verwunderlich, dass mich solche unbekannte Ekstase übermannte und noch immer zieht mich das augenscheinliche Gewürm in seinen Bann. Diese seltsame Kreatur war lang von Gestalt und wies humanoide Ohren am kleinen runden Haupte auf, zwischen denen ein Zylinder saß. Der missliche Gehrock und Flanierstock sei im Angesicht der Art ohnehin überflüssig. Nicht leugnen können meine Augen das Vorhandensein von Ohren und einem unverwechselbar coppelianischen Zylinder und ist Bestätigung meiner Vermutung genug. Ich vermute auch, dass mir der sogenannte „Walter“ noch viel Vergnügen bereiten wird, denn einen auserlesenden Musikgeschmack und eine vortreffliche Textsicherheit hatte er gar ununterbrochen unter Beweis gestellt. Mir jedenfalls klingt es in den Ohren. In diesem Augenblick wurde mir alles klar. Es handelt sich um einen coppelianischen Ohrwurm, welcher sich mir zu allem Überfluss, doch in gewohnter coppelianischer Manierlichkeit als „Walter vom guten Tone“ vorstellte. Zwar hat man wohl schon des Öfteren vom sogenannten Ohrwurm gehört, doch ist jenes Exemplar wohl das erste gesichtete seiner Art. Grund genug mich der Gesellschaft jenes absurden Wesens aus wissenschaftlichen Zwecken nicht mehr zu entledigen.
Es grüßt,
der verwirrte Benjamin!

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